Normale Feuerwerkskörper durften auch im vergangenen Jahr aufgrund der Pandemie nicht verkauft werden, imago/Christian Ohde

Seit Jahren wird über den Sinn und Unsinn von privatem Silvesterfeuerwerk diskutiert – die einen lieben es, das neue Jahr mit Knallern und Raketen einzuläuten, die anderen verachten die Knallerei. Immer wieder starteten im Netz verschiedene Petitionen. Das Ziel: Silvesterfeuerwerk endgültig verbannen – um Tiere und Umwelt zu schützen. Nun scheint ein weiterer Schritt getan: Über 500.000 Unterschriften konnten nun an das Innenministerium übergeben werden.

Mega-Petition: Droht nun das endgültige Aus für Böller und Raketen?

Droht nun das endgültige Aus für Böller und Raketen? Die Mitglieder des Aktionsbündnis, das sich um das Sammeln der Unterschriften kümmerte, würden sich darüber freuen: Dazu gehören unter anderem die Deutsche Umwelthilfe, das Deutsche Tierschutzbüro, die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ und Vertreter und Vertreterinnen aus der Medizin.

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Der Wunsch der Böller-Gegner: Sie wollen, dass die erste Sprengstoffverordnung, in der auch alles zum Silvesterfeuerwerk geregelt ist, überarbeitet wird. Der Satz, dass Feuerwerkskörper der Klasse 2, zu denen normales Silvesterfeuerwerk gehört, am 31. Dezember und am 1. Januar von Personen über 18 Jahren abgebrannt werden darf, müsse gestrichen werden. Dann dürften nur noch Pyrotechniker mit besonderen Erlaubnis- oder Befähigungsscheinen knallen.

Die Umweltschützer wollen auch erreichen, dass weniger Müll auf den Straßen liegt. imago images/Rene Traut

„Über eine halbe Million Menschen haben ihre Stimme erhoben und laut unabhängigen Umfragen unterstützen mehr als 60 Prozent der Bevölkerung das Böllerverbot – das ist ein klares Signal und ein eindeutiger Handlungsauftrag an die neue Bundesregierung“, sagt Jürgen Resch, der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe. „Die vergangenen zwei Jahre, in denen es immerhin schon mal ein Verkaufsverbot gab, haben den durchschlagenden Erfolg gezeigt.“

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Es habe sauberere Luft, weniger Verletzte, entlastete Rettungsdienste und weniger Müll gegeben. „Und ein vollständiges Böllerverbot würde noch besser wirken, damit wir die traurigen Nachrichten von getöteten Tieren, Polizisten mit Knalltraumata und schwer verletzten Kindern endgültig hinter uns lassen können.“ Die Böllerei solle noch in diesem Jahr zu einem Ende finden – wenn es nach dem Aktionsbündnis geht, solle es also kein einziges reguläres Silvester mehr geben.

Böllerverbot: Tierschützer kritisieren Feuerwerk als „grausam“

Auch von „Vier Pfoten“ gibt es heftige Kritik an der Böllerei. „Während sich einige Menschen jedes Jahr auf den Jahresausklang freuen, bedeutet Silvester für Millionen von Heimtieren, heimischen Wildtieren und sogenannten Nutztieren schlichtweg Stress und Terror“, sagt Heimtier-Expertin Daniela Schneider. „Knallgeräusche oder aufflammende Lichter von Feuerwerkskörpern oder Böllern können insbesondere auf Hunde sehr beängstigend wirken.“ Man sei erschrocken darüber, „dass noch immer auf eine so grausame Art und Weise der Start ins neue Jahr gefeiert wird.“

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