Wer hat, der hat: Schlitten sind derzeit schwer zu bekommen. Foto: dpa/Christoph Soeder

Geschlossene Schneedecke, konstante Minusgrade, Bewegung in frischer Luft – schon die Aussicht darauf hat das Konsumverhalten im Land deutlich verändert. Die Nation hat Lust auf Winter. Das belegen auch Zahlen der Berliner Shopping- und Vergleichsplattform Idealo. Registrierte man dort vor einem Jahr noch etwa bei Schlitten und Bobs einen Nachfragerückgang um 55 Prozent, so explodierte die Nachfrage in diesem Jahr.

Laut Idealo hat die Nachfrage nach Schlitten und Bobs im Januar um 5625 Prozent über der im Januar 2020 gelegen. Viele beliebte Schlitten und Bobs seien bereits vergriffen. Folge: Bei besonders gefragten Produkten gingen die Preise um rund 20 Euro nach oben. Darüber hinaus erfreut sich der Skilanglauf deutschlandweit großer Beliebtheit. Auf Idealo.de stieg die Nachfrage nach Langlauf-Skiern von Dezember 2020 zu Januar 2021 um 509 Prozent, im Vorjahresvergleich betrug der Zuwachs sogar 1331 Prozent.

Der Wintereinbruch kurbelte das Schlitten-Geschäft an

Tatsächlich hat nun der Wintereinbruch auch in Berlin das Geschäft angekurbelt. Beim Sportausstatter Decathlon, der in Berlin einige Filialen betreibt, will man zwar keine Zahlen nennen. Es lasse sich aber sagen, „dass wir derzeit eine sehr große Nachfrage nach diesen Produkten feststellen können, sowohl in unserem Onlineshop als auch bei der Abholung in unseren Filialen“. Gleiches bei der Handelskette Real. „Bedingt durch das Wetter beobachten wir seit dem vergangenen Wochenende eine deutlich erhöhte Nachfrage nach Schlitten, aber auch nach anderen Winterartikeln“, teilt ein Sprecher mit.

Bei Obi in Lichtenberg bedauert man indes, kein Geschäft mehr machen zu können. Dort wurde der letzte Schlitten bereits vor über einer Woche verkauft. Jetzt sei alles raus und Nachschub nicht in Sicht, weil die Saisonware schon im Herbst geordert würde. Ein erhöhtes Bedürfnis nach Rodelzubehör und Schlitten hat es auch bei Bauhaus gegeben. „Im Vergleich zu den Vorjahren ist die Nachfrage deutlich gestiegen“, sagt ein Sprecher. „Das liegt aber vermutlich auch daran, dass es in den Jahren zuvor nur sehr milde Winter gab.“ Es könne zeitweise sogar zu Engpässen kommen – man habe aber versucht, Nachschub zu ordern.

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Natürlich floriert auch der Internethandel. Bei der auf Kinderspielzeug spezialisierten Berliner Otto-Tochter Mytoys registriert man einen rasanten Anstieg der Nachfrage seit der erste Schnee vorhergesagt wurde. „Vor allem die klassischen Holzschlitten sind beliebt“, sagt Horst Zwanziger, Einkaufsleiter Outdoor bei Mytoys. „90 Prozent unseres großen Angebots an Schlitten waren innerhalb weniger Tage ausverkauft.“

Bei Ebay-Kleinanzeigen gehört „Schlitten“ derzeit zu den beliebtesten Suchbegriffen. In Berlin rangiert der Suchbegriff in den Rubriken „Familie, Kind & Baby“ sowie „Freizeit, Hobby & Nachbarschaft“ sogar auf Platz eins der Listen. Insgesamt wurden am Freitag für den Standort Berlin knapp 600 Angebote gelistet. Zudem gab es fast 100 Suchanzeigen nach Schlitten, was Anbieter hoffen lässt, für den längst vergessenen Rodel im Keller nun Höchstpreise erzielen zu können. Jedenfalls  werden für einen gebrauchten Holzschlitten an Selbstabholer schon mal 100 bis 120 Euro aufgerufen.