Westerland auf der Insel Sylt an der Nordsee in Schleswig-Holstein. Berliner dürften jetzt doch kommen. Foto: imago/Chris Emil Janssen

Möglicherweise können Berliner aus Bezirken mit hohen Corona-Zahlen doch noch Schleswig-Holstein als Reiseziel für ihren Herbsturlaub wählen. Die Landesregierung in Kiel ist grundsätzlich bereit, ihre bisherige Einstufung von inländischen Corona-Risikogebieten zu ändern. „Wir haben im Kabinett heute intensiv beraten und es besteht eine grundsätzliche Absicht, unsere Regelungen anzupassen“, sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Dienstag. Schleswig-Holstein wolle eine bundeseinheitliche Regelung.

Wegen der Ausweisung inländischer Risikogebiete mit Quarantäneauflagen für Einreisende - aktuell zum Beispiel für Urlauber aus vier Berliner Bezirken mit hohen Corona-Zahlen und aus den Städten Hamm und Remscheid in Nordrhein-Westfalen ebenfalls mit hohen Corona-Zahlen - ist Schleswig-Holstein in die Kritik geraten. Allein in Berlin gilt die Regelung für 1,3 Millionen Menschen.

„Schleswig-Holstein hat sich gestern bereits auf Ebene der Staatskanzleien und in der Konferenz der Gesundheitsminister für eine bundesweit einheitliche Regelung in Bezug auf die innerdeutschen Risikogebiete stark gemacht, auch unter Preisgabe unserer seit Ende Juni bestehenden Regelung“, sagte Günther. „Bisher stieß dies leider auf wenig Widerhall. „Vor diesem Hintergrund begrüßen wir die heutige Initiative des bayerischen Ministerpräsidenten, morgen einen erneuten Anlauf zu wagen.“

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) forderte am Dienstag möglichst einheitliche Quarantäne-Regeln aller Bundesländer für Reisende aus innerdeutschen Corona-Hotspots. Dazu werde es am Mittwoch eine Schalte der Chefs der Staatskanzleien der Länder geben, kündigte Söder vor einer Kabinettssitzung in München an.