Igitt, Schimmel an der Wand! Das gibt es auch in Berliner Flüchtlingsunterkünften. Mehr als 1000 Beschwerden sind bereits eingegangen. imago/agefotostock

Zum Glück gibt es diese Beschwerdestelle. Denn in Berlins Flüchtlingsunterkünften herrschen zum Teil himmelschreiende Zustände. Das belegen neueste Zahlen.

Mehr als 1000 Beschwerden sind seit Start im März vergangenen Jahres bei der unabhängigen Beschwerdestelle für Flüchtlinge in Berlin eingegangen. Flüchtlinge können sich bei Problemen von Schimmel in der Unterkunft bis mangelnder medizinischer Versorgung an die Stelle wenden. Betrieben wird sie von der Johanniter-Unfall-Hilfe.

„Die unabhängige Beschwerdestelle ermöglicht es allen geflüchteten Menschen dieser Stadt, ihre Kritik und ihre Wünsche zu äußern, gern auch anonym“, sagte die Staatssekretärin für Soziales und Integration, Wenke Christoph, beim Tag der offenen Tür in der Beschwerdestelle am Donnerstag in Neukölln.

„Gut der Hälfte der Beschwerden kann abgeholfen oder teilweise abgeholfen werden“, ergänzte die Leiterin der Beschwerdestelle, Maike Caiulo-Prahm. Alle Anliegen würden entweder an die zuständige Behörde weitergeleitet oder es werde ein passendes Hilfsangebot gesucht.

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Gut der Hälfte der 1000 Beschwerden kann abgeholfen werden

Geflüchtete können sich per Telefon, Mail oder im Büro vor Ort an die Hilfsorganisation wenden. Für die Beschwerdestelle arbeiten knapp 30 Mitglieder der Johanniter, die 16 verschiedene Sprachen beherrschen.

Außerdem gehen die Mitarbeiter auch in die mehr als 90 Flüchtlingsunterkünfte in Berlin. Dort bieten sie zum Beispiel Sprechstunden an. Beschwerden anonym abzugeben, ist ebenfalls möglich. „Die Leute haben unglaublich viel Angst“, sagte Caiulo-Prahm. „Die haben so Angst, dass wenn sie sich beschweren, dass sich dies auf ihr Asylverfahren auswirken könnte.“

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Susanna Kahlefeld, Sprecherin für Engagement und Beteiligung (Grüne), und Katina Schubert, flüchtlingspolitische Sprecherin der Linksfraktion, stehen hinter dem Projekt. „Das ist eine wichtige Sache, und hier bekommt man tatsächlich Unterstützung und Hilfe“, sagte Schubert.

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