Die Schauspielerin Gudrun Ritter (links) und Marika George, Vorstand Götz-George-Stiftung, kommen zur Vergabe des Götz-George-Preises 2021. dpa/Carstensen

Die Schauspielerin Gudrun Ritter ist für ihre Arbeit mit dem Götz-George-Preis 2021 ausgezeichnet worden. Die mit 10.000 Euro dotierte Ehrung erhalten Schauspieler und Schauspielerinnen, die mit ihrem künstlerischen Wirken die Film, Fernseh- und Theaterlandschaft geprägt haben, wie es am Sonntag in einer Mitteilung in Berlin hieß.

Die 85-jährige Ritter sei „eine wahrhafte Meisterin hoher Schauspielkunst“. In der Jury-Begründung hieß es: „Es ist diese feinsinnige Erkundung, mit der Gudrun Ritter zahllose Charaktere in unvergesslichen Verkörperungen gestaltet und damit das Publikum immer wieder neu auf allen Handlungsebenen beschenkt und überrascht. Um die Größe ihrer Gestaltungskraft, die Vielfalt ihres Könnens und die Virtuosität ihres Spiels auf der Bühne wie vor der Kamera zu ehren, ist es dem Vorstand der Götz-George-Stiftung eine besondere Freude, Gudrun Ritter, eine wahrhafte Meisterin hoher Schauspielkunst, für ihr bisheriges Lebenswerk mit dem Götz-George-Preis 2021 auszuzeichnen.“

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Die Schauspieler Dagmar Manzel und ihr Kollege Sylvester Groth sprachen im Kaiserin-Friedrich-Haus (Mitte) in ihrer Laudatio davon, Ritter statte „ihre Figuren mit einer Sensibilität und Härte aus“, die Zuschauer verblüffe und sofort in ihren Bann schlage. „Das ist aufregend und macht sie zu einer einzigartigen Schauspielerin.“ Und weiter: „Und es ist kein Zufall, dass sie den Preis bekommt, der nach dem großartigen Götz George benannt ist.“

Für ihre Darstellung in „Bella Block“ war Gudrun Ritter für den Deutschen Fernsehpreis nominiert

Die aus Marienberg im Erzgebirge stammende Ritter begann ihre Karriere 1959 am Deutschen Theater Berlin. Dort und am Berliner Ensemble spielte sie mehr als vier Jahrzehnte in zahlreichen Inszenierungen. Ritter arbeitete mit Regisseuren wie Wolfgang und Thomas Langhoff, Wolfgang Heinz oder Claus Peymann zusammen. Seit Mitte der 1960er-Jahre stand Ritter für Film- und Fernsehproduktionen vor der Kamera. Zu sehen war sie etwa im Film „Boxhagener Platz“ oder in TV-Serien wie „Tatort“, „Polizeiruf 110“ oder „Bella Block“. Zu den bedeutendsten Rollen der hervorragenden Charakterschauspielerin gehörten die Titelrollen in „Miss Sara Sampson“, „Elektra“ „Marie in Clavigo“, Königin Elisabeth in „Maria Stuart“ und Minna Scholz in „Das Friedensfest“.

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Für ihre Darstellung in „Bella Block: Das Glück der anderen“ war Gudrun Ritter 2006 für den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie „Beste Nebendarstellerin“ nominiert. Ihre bislang letzten Fernsehauftritte hatte sie in den Serien „Deutschland 86“, „Deutschland 89“ und „Beat“. Gudrun Ritter lebt in Berlin.

Ritter ist die vierte Preisträgerin der 2017 geschaffenen Auszeichnung der nach dem ein Jahr zuvor gestorbenen Schauspieler benannten Götz-George-Stiftung. Bisher ausgezeichnet wurden Karin Baal, Margit Carstensen und Peter Striebeck.