Bei dem Einbruch hinterließen die Täter eine Schneise der Verwüstung.
Bei dem Einbruch hinterließen die Täter eine Schneise der Verwüstung. Tierheim Berlin

Ich schreibe meine wöchentliche Tierkolumne nun bereits seit anderthalb Jahren, berichte noch viel länger über Tiere und erzähle ihre Geschichten – doch manche Geschichten machen auch mich noch immer traurig, wütend, fassungslos. Eine davon landete erst am Dienstag auf meinem Schreibtisch – und sie gehört zu jener Art von Geschichten, die eigentlich nur eine Frage aufwerfen: Warum? Denn: Im Berliner Tierheim in Falkenberg wurde eingebrochen.

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Seit Jahren kümmern sich die Tierschützer auf dem Gelände im Norden Berlins liebe- und aufopferungsvoll um Hunde, Katzen, Kaninchen und viele andere Kleintiere. Tiere, die sonst niemanden mehr haben, die schwer krank sind, die ausgesetzt wurden oder deren Besitzer starben. Viele Male war ich dort, habe über die Arbeit der Mitarbeiter und über ihre Schützlinge berichtet. Und nun diese Meldung: In der Nacht zum Dienstag verschafften sich Einbrecher Zugang zum Gelände und den Gebäuden.

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Die Täter hinterließen im Tierheim eine Schneise der Verwüstung

„Die Täter hinterließen im Eingangsbereich und in den Büroräumen der Tierheimleitung eine Spur der Verwüstung. Wände wurden aufgebrochen, Glastüren zerstört und ein Tresor wurde aus der Wand gerissen“, heißt es in einer Mitteilung des Tierheims. „Offensichtlich waren die Täter auf der Suche nach Bargeld. Die Polizei wurde sofort eingeschaltet.“

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Auf der Suche nach einem Safe zertrümmerten die Einbrecher sogar Wände.
Auf der Suche nach einem Safe zertrümmerten die Einbrecher sogar Wände. Tierheim Berlin

Seit 2001 arbeiten die Tierschützer auf dem Gelände – und seitdem habe es bereits einige Einbrüche gegeben. So brutal wie dieses Mal seien die Täter allerdings noch nie vorgegangen. Die Schäden seien hoch, aber noch nicht beziffert, sagt Eva Rönspieß, die Vorstandsvorsitzende des Tierschutzvereins für Berlin. „Es ist immer schlimm, wenn irgendwo eingebrochen wird, aber so kurz vor Weihnachten bei einem gemeinnützigen Verein einzubrechen, der sich um Tiere in Not kümmert, ist einfach nur schäbig.“

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Man müsse nun dringend an den Sicherheitsvorkehrungen arbeiten – „damit fremde Menschen den Tieren zukünftig kein Leid zufügen können“, sagt sie. Neben dem materiellen Verlust hätten die Tiere aber, so heißt es, zum Glück keinen Schaden genommen. „Ich will gar nicht darüber nachdenken, was sonst noch hätte passieren können“, sagt Rönspieß.

Einbruch im Tierheim Berlin: Den Verein treffen die Schäden schwer

Für einen Verein wie diesen sind materielle Schäden – egal in welcher Höhe – ein herber Verlust. Ausgerechnet jetzt trifft es das Tierheim hart, schließlich soll am 11. Dezember von 11 bis 16 Uhr das traditionelle „Weihnachtsfest der Tiere“ im Tierheim stattfinden. Umso mehr hoffen die Organisatoren nun auf reichlich Besucher und auf Spenden. Denn darauf ist der Verein angewiesen, schließlich geht die Energie-Krise auch an der wichtigen Einrichtung nicht vorbei.

Auch Scheiben waren vor den Tätern nicht sicher.
Auch Scheiben waren vor den Tätern nicht sicher. Tierheim Berlin

Auch deshalb läuft gerade die Kampagne „Wärme spenden“. Denn: „Obwohl das Tierheim über eigene Systeme wie eine Wärmepumpen- und Photovoltaikanlage sowie ein Blockheizkraftwerk verfügt, belasten die steigenden Energiekosten das Budget des Vereins sehr“, heißt es. „Aktuell entstehen Mehrkosten im sechsstelligen Bereich. Statt 100.000 Euro im Jahr fallen nun etwa 250.000 Euro allein an Gaskosten an.“

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Das Problem betreffe nicht nur Hunde und Katzen, sondern vor allem Exoten wie Schlangen und Echsen, die im Tierheim regelmäßig aufgenommen und versorgt werden müssen. Mit der stark gestiegenen finanziellen Belastung komme man an Grenzen. Tierfreunde können auf www.tierschutz-berlin.de/waerme-spenden helfen – auf der Website des Tierschutzvereins gibt es zudem weitere Möglichkeiten, die Tierschützer mit Geld, Sachspenden oder als ehrenamtlicher Helfer mit Zeit zu unterstützen. Ich hoffe, dass das viele Menschen tun – und dass die miesen Langfinger geschnappt werden. Denn wer so etwas macht, gehört bestraft.

Florian Thalmann schreibt jeden Mittwoch im KURIER über Tiere.
Kontakt in die Redaktion: wirvonhier@berlinerverlag.com