Die Kiezsauna in Friedrichshain öffnet wieder. Die Mitarbeiterinnen Ewa (45) und Maxi (38) sitzen Probe, die Chefs Jens Grabner (53) und Mario Rühl (53) mittenmang. Foto: Sabine Gudath

Einen Tag am See bei über 30 Grad Celsius kann man auch auf der der Südseite Friedrichshains erleben. Zumindest, wenn es nach Mario Rühl, 53, geht. Gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Jens Grabner, 53, betreibt Rühl seit nunmehr zehn Jahren die Kiezsauna in der Graudenzstraße nahe dem Frankfurter Tor. Wenn die Menschen dort über den heißen Asphalt flanieren, spielt sich einige Meter tief unter der Erde, in Hausnummer 19, ein deutlich heißeres Szenario ab.

Draußen Sommer, drinnen Sauna

Eine unscheinbare Treppe führt hinab zur Saunalandschaft mitten im Kiez, die ab Freitag nach Monaten des Lockdowns wieder öffnen darf. Grabner, seit Kindestagen passionierter Saunagänger, hat sich in seiner Wohngegend ein Schwitzbad nach seinen Vorstellungen erschaffen. Dazu gehört neben Dusch- und Abkühlmöglichkeiten für die Füße eine Bio-Sauna mit einer Luftfeuchtigkeit von 60 bis 70 Prozent, auf 60 Grad kann die Temperatur hier steigen.

Auf der Dachterrasse der Kiezsauna gibt es Abkühlung. Foto: Sabine Gudath

In der finnischen Sauna in Friedrichshain können es über 90 Grad werden

Das Highlight markiert die Finnische Sauna, in der extrem trockenes Klima herrscht und 90 Grad erreicht werden. „Das führt dazu, dass die Schweißproduktion angeregt wird“, sagt Grabner. „Die Haut fühlt sich dadurch frischer an“, ergänzt Rühl und spielt auf damit auf den Tag am See an. Wer sich lieber der natürlichen Hitze aussetzen möchte, findet auf der Dachterrasse der Kiezsauna ein schattiges Plätzchen.

Grabner, Rühl und ihr Team haben in den vergangenen Monaten viel für den Tag getan, an dem es wieder losgeht: Wasserleitungen durchlaufen lassen, geheizt und gelüftet, die Decke saniert. Laut Infektionsschutzverordnung, nach der die Saunas in Berlin ab dem 18. Juni wieder öffnen dürfen, bleibt es allerdings verboten, Aufgüsse vorzunehmen. Auch das Dampfbad in der Kiezsauna darf noch nicht in Betrieb gehen. Gerade bei Aufgüssen kann der Arbeitstag für die Mitarbeiter schon mal anstrengend werden, erzählt Grabner. In diesem Sommer fällt dies aber noch weg.

Wer einen tagesaktuellen Negativtest vorlegt oder eine Impf- beziehungsweise Genesenenbescheinigung kann sich in der Kiezsaune täglich von 15 bis 24 Uhr erfrischen. Vier Stunden kosten 18 Euro.

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Mit wie vielen Gästen rechnen Grabner und Rühl gleich zu Beginn? Das könne man nicht genau sagen, meint Grabner, der besonders Senioren und junge Menschen zu seinen Stammgästen zählt. „Natürlich gehen an einem heißen Sommertag nicht so viele Berliner in die Sauna. Aber im Kiez ist die Sehnsucht groß, dass es endlich wieder losgeht.“ Um nicht zu sagen: Die Menschen sind heiß darauf.