SAP hat das Berliner Startup Signavio übernommen. Foto: AFP/Daniel Roland

Der Softwarehersteller SAP hat das Berliner Startup Signavio übernommen. Nach Schätzungen des Finanzdienstleisters Bloomberg wechselte Signavio für 1 Milliarde Euro den Besitzer. Offiziell nannten die Firmen keine finanziellen Details. Der Abschluss der Transaktion werde für das erste Quartal 2021 erwartet, teilte das Startup mit.

Einem Bericht des Manager Magazins zufolge hieß es aus Unternehmenskreisen: „Mit Signavio kann SAP ein umfassendes Paket für den Wandel in Unternehmen bereitstellen.“ Der Finanzvorstand des DAX-Konzern, Luka Mucic, betonte den Bedarf von Unternehmen nach Fähigkeiten sich schnell an wandelnde Bedingungen anzupassen. Signavio bietet Software zur Optimierung von Geschäftsprozessen in Unternehmen. Die Gründer des Unternehmens sind Absolventen des Hasso-Plattner-Instituts in Potsdam.

SAP hat ein turbulentes Jahr hinter sich

Darüber hinaus teilte SAP mit, seine Schulden senken zu wollen. Dies soll mit den Erlösen aus dem US-Börsengang seiner Marktforschungstochter Qualtrics geschehen. Allerdings werde man dem Aufsichtsrat auch eine Erhöhung der Dividende vorschlagen, sagte Finanzchef Luka Mucic am Freitag in einer Telefonkonferenz.

SAP hat mit dem Anteilsverkauf nach Angaben von Mucic am Vortag rund 2,4 Milliarden US-Dollar (2 Milliarden Euro) Erlös erzielt. 500 Millionen Dollar davon würden Qualtrics als Liquidität zur Verfügung gestellt, rund 1,9 Milliarden flössen nach Walldorf, sagte Mucic. Für das Jahr 2019 hatte SAP eine Dividende von 1,58 Euro gezahlt. In aller Regel legt das Unternehmen im Februar den offiziellen Dividendenvorschlag vor.

SAP hat mit der Pandemie und strategischen Kehrtwenden ein turbulentes Jahr hinter sich. Der Umsatz ging wegen der Zurückhaltung von Kunden und wegen Wechselkurseffekten leicht zurück, das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern wuchs kaum.

Unter dem Strich kletterte der Nettogewinn allerdings um über die Hälfte auf 5,3 Milliarden Euro, unter anderem weil SAP im Jahr zuvor viel Geld für einen Stellenabbau ausgegeben hatte. Zudem wurden wegen des sinkenden Aktienkurses weit weniger Ausgaben fällig für die aktienbasierte Vergütung von Mitarbeitern.