Dunkle Wolken über dem BER: Die Fluggesellschaft Ryanair fordert niedrigere Flughafen-Gebühren. Imago/Schoening

„Stundenlange Warterei: Lange Schlangen und Chaos am Flughafen BER“, „Keim-Alarm am BER! Trinkwasser mit Coli-Bakterien verseucht“, „Billigflüge vom BER: Easyjet zieht Flugzeuge ab und streicht viele Stellen“.  Wir haben uns inzwischen an Negativ-Schlagzeilen vom BER gewöhnt. 

Auch die Fluggesellschaften sind inzwischen genervt und bringen den Hauptstadt-Flughafen finanziell in die Bredouille. Wie der KURIER berichtete, zieht nach Ryanair nun auch Easyjet Flugzeuge vom BER ab. Folge: deutliche Einbußen bei Passagieren und Umsatz. Dass das den Flughafen noch mehr in Turbulenzen bringt, weiß auch Ryanair und nutzt den Moment aus, um Druck auszuüben. Die Fluggesellschaft droht und fordert niedrigere BER-Gebühren, sonst … 

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Nach der Teilrückzugsankündigung von Easyjet fordert die Fluggesellschaft Ryanair niedrigere Gebühren am Hauptstadtflughafen BER. „Die Regierung und der Flughafen Berlin sollten jetzt handeln“, teilt das irische Unternehmen mit. Sie sollten wettbewerbsfähige Flughafenentgelte anbieten, damit der Luftfahrtsektor am Standort nicht auf das Niveau deutlich kleinerer Städte schrumpfe. Eine Flughafensprecherin entgegnete, die Entgelte am BER seien vergleichbar mit denen anderer großer deutscher Flughäfen.

Easyjet verkleinert seine Berlin-Flotte von 18 auf elf Flieger

Ryanair-Konkurrent Easyjet will seine Basis in Schönefeld weiter verkleinern. Mit dem Winterflugplan sollen dort nur noch elf statt 18 Flugzeuge stationiert sein, wie das Unternehmen am Dienstag angekündigt hatte. Der BER rechnet durch den Abzug der Easyjet-Flugzeuge mit deutlichen Einbußen bei Passagieren und Umsatz.

Geschäftsführerin Aletta von Massenbach gehe nach ersten Schätzungen von 2,3 Millionen weniger Passagieren und einem geringeren Umsatz von 30 Millionen Euro aus, wie es in einer internen Mail an den Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft Berlins, Brandenburgs und des Bundes heißt.

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Easyjet verkleinert seine Flotte am BER. dpa/Nietfeld

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Schon in der Corona-Krise hatte Easyjet sein Präsenz verkleinert – ebenso Ryanair. Statt 13 hat die irische Fluggesellschaft nur noch neun Flugzeuge in Schönefeld. Der BER bleibt damit aber die größte Basis des Billigfliegers in Deutschland. Ryanair äußerte sich nicht zu der Frage, ob ein weiterer Abbau geplant ist beziehungsweise ob die Flotte am Standort wegen des Easyjet-Rückzugs sogar aufgestockt werden könnte.

BER: Ab 2025 wieder so viele Fluggäste wie vor der Pandemie?

Die Lufthansa-Tochter Eurowings hat bereits angekündigt, die betroffenen Easyjet-Mitarbeiter anzuwerben. Bis zu 275 der jetzt 800 Piloten und Flugbegleiter müssen nach Easyjet-Angaben gehen.

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Die BER-Betreiber rechnen nicht damit, vor 2025 wieder so viele Fluggäste abzufertigen wie vor Corona an den Alt-Standorten Tegel und Schönefeld. Damals waren es rund 36 Millionen. In diesem Jahr wurden zuletzt 17 Millionen Fluggäste erwartet.