„Rosinenbomber-Pilot“ Gail Halvorsen (2016) dpa/Boris Roessler

Der als „Candy Bomber“ bekannte frühere US-Pilot Gail Halvorsen ist tot. Halvorsen, der im Bundesstaat Utah lebte, starb im Alter von 101 Jahren in einem Krankenhaus im Kreis seiner Familie, wie eine Sprecherin des Alliiertenmuseums in Berlin am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP sagte.

Halvorsen flog während der Berlin-Blockade einen der „Rosinenbomber“. Als erster Pilot warf er 1948 auch Süßigkeiten für die Kinder über der Stadt ab und wurde deshalb mit seinem „Schokobomber“ berühmt. Halvorsen war in den 1970er-Jahren zudem US-Kommandeur des West-Berliner Flughafen Tempelhof.

277.000-mal landeten die sogenannten Rosinenbomber während der Berlin-Blockade

Regelmäßig nahm er an Jubiläen zur Berliner Luftbrücke teil, zuletzt bei den Feierlichkeiten zum 70-jährigen Jubiläum des Endes der Berlin-Blockade im Mai 2019. Damals wurde ein Baseballfeld in Tempelhof nach ihm benannt. „Die Helden der Luftbrücke waren nicht die Piloten, die Helden waren die Deutschen“, sagte Halvorsen damals. „Eltern und ihre Kinder – sie waren die Zukunft der freien Welt. Sie hatten die Freiheit, Entscheidungen zu treffen. Sie waren die Helden, nicht die Typen, die das Essen gebracht haben.“

Die Luftbrücke wurde im Juni 1948 von den Westalliierten eingerichtet, nachdem die Sowjetunion eine Blockade über West-Berlin verhängt hatte. Die Bevölkerung wurde fortan auf dem Luftweg versorgt. In Tempelhof landeten 277.000-mal die sogenannten Rosinenbomber. Am 12. Mai 1949 hob die Sowjetarmee die Berlin-Blockade schließlich auf.