Die IS-Rückkehrerin wurde am Mittwoch in Berlin verurteilt.
Die IS-Rückkehrerin wurde am Mittwoch in Berlin verurteilt. dpa

Mit ihren kleinen Söhnen zog sie ins Kriegsgebiet: Mandy B. (31) reiste nach Syrien, um sich der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) anzuschließen. Unverschleiert hörte sie nun das Urteil.

Zwei Jahre und neun Monate Haft erhielt die IS-Rückkehrerin. Wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, Verletzung der Erziehungs- und Fürsorgepflicht und Steuerhinterziehung – sie hatte während der Zeit in Syrien zu Unrecht Kindergeld kassiert.

Der Richter: „Die Söhne wurden dem IS als potenzielle Nachwuchskräfte zugeführt.“ Mandy B. habe die Jungen im Sinne der IS-Ideologie erzogen. Großen Gefahren waren die Kinder ausgesetzt – Armut, Hunger, Gewalt.

Sie war im Oktober 2016 über die Türkei nach Syrien gelangt. Ein Sohn war gerade mal zwei Jahre und zehn Monate, der andere sogar erst ein Jahr und acht Monate alt. Der Vater, mit dem sie nach islamischem Recht verheiratet war, blieb mit seiner Zweitfrau zunächst in Berlin.

IS-Rückkehrerin Mandy B. war voll verschleiert

Der Richter: „Auch die Zweitfrau hatte eine radikal-islamistische Gesinnung.“ Zwischen den Frauen entwickelte sich Konkurrenz. Mandy B. habe sich weiter radikalisiert, auch voll verschleiert. Damit ihr Mann schneller in Syrien IS-Kämpfer wird, soll sie vorausgereist sein.

Im Juni 2017 sei ihr der Mann gefolgt. Sie übernahm die Rolle der Frau eines IS-Kämpfers, führte den Haushalt. Im September 2018 wurde eine Tochter geboren.

Als die Terrormiliz Verluste einstecken musste, kamen sie in ein Lager. Zwei Jahre später ihre „Rückholung“: Am 7. Oktober 2021 landet ein Flugzeug mit acht voll verschleierten Frauen und 23 Kindern in Frankfurt am Main. Mandy B. wurde verhaftet, sitzt seitdem hinter Gittern.

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Im Prozess gestand sie. Ihre Einstellung ist aber unklar. Der Richter: „Es klingen Distanzierungen vom IS an.“ Bei ihren Kindern seien zum Glück keine Traumatisierungen festgestellt worden.