Eine Mitarbeiterin verteilt Waren an Bedürftige in der Lebensmittelausgabe „Laib und Seele“ der Berliner Tafeln. dpa/Stefan Schaubitzer

Die Berliner Tafel ächzt unter der Last der steigenden Nachfrage. Das Überleben der Hilfsorganisation ist längst nicht mehr sicher. Denn immer mehr Bedürftige suchen die Lebensmittel-Ausgabestellen in der Stadt auf, auch weil die Lebensmittel-Preise wegen des Ukraine-Kriegs ins Unermessliche steigen. Und: Unter den Bedürftigen sind immer mehr Kriegsflüchtlinge. Berliner Grundschüler hatten jetzt eine zündende Idee.

Bei einem Spendenlauf haben Schülerinnen und Schüler der Berliner Grundschule am Falkplatz 30.000 Euro für die Aktion „Laib und Seele“ gesammelt. Der Scheck werde am Mittwoch von Schulleiterin Sabine Bachmann an Bärbel Jenichen, die Leiterin der „Laib und Seele“-Ausgabestelle in der Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord, übergeben, teilte der Evangelische Kirchenkreis Berlin Stadtmitte am Dienstag mit.

Beim Termin mit dabei sein werden neben Gemeindepfarrer Tobias Kuske die stellvertretende Superintendentin Silke Radosh-Hinder sowie Mitglieder des Fördervereins der Schule.

40.000 Menschen monatlich nutzen die Berliner Tafel

Die Mädchen und Jungen der Grundschule hätten den Spendenzweck selbst bestimmt, nachdem sie die Ausgabestelle von „Laib und Seele“ in der Kirchengemeinde besucht hatten, hieß es. Dort erhalten Bedürftige gegen einen geringen Geldbeitrag Lebensmittel. In den vergangenen Monaten habe sich die Nachfrage stark erhöht – wegen des Ukraine-Krieges, aber auch wegen steigender Lebensmittelpreise.

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„Wir waren von der Spendenbereitschaft der Eltern und Freunde der Schulkinder völlig überwältigt“, sagte Gemeindepfarrer Tobias Kuske, der den Kontakt zwischen Schule und Ausgabestelle vermittelt hatte. Normalerweise kämen bei Spendenläufen maximal 5000 oder 6000 Euro zusammen. „Diese hohe Summe zeigt uns, wie groß die Hilfsbereitschaft ist“, sagte Kuske.

Nach Angaben der Berliner Tafel werden die insgesamt 46 „Laib und Seele“- Ausgabestellen im Berliner Stadtgebiet von monatlich rund 40.000 Menschen genutzt.