Gaetano Foti (55) in der Werkstatt seines Autohauses. Foto: Gerhard Lehrke

Berlin - Deutschlands oberster Handwerker Hans Peter Wollseifer sieht durch die drastischen Einschränkungen des öffentlichen Lebens in der Coronavirus-Seuche „schwere wirtschaftliche Auswirkungen“. Die Maßnahmen seien „ganz ohne Frage sehr harte Einschnitte, die unser aller Leben massiv verändern“, erklärte der Präsident des Handwerker-Zentralverbands.  Denn im Gegensatz zu Büromenschen kann ein Handwerker oder Fabrikarbeiter seine Tätigkeit nicht mit dem Computer an den heimischen Küchentisch verlagern. Zum Beispiel auch kein Automechaniker.

Und so geht im Kfz-Gewerbe die Arbeit bislang weiter wie bisher. Gaetano Foti (55), der in Zehlendorf Autos der Fiat-Gruppe verkauft und repariert: „Meine zwölf Mitarbeiter kommen wie bisher, wir achten aber darauf, uns nicht näher als zwei Meter zu kommen.“ Die Kundschaft sei entspannt.

Auf dem Tresen von Service-Mitarbeiter Thomas Kühl (51), der die Kunden bei Reparaturen in Empfang nimmt, steht ein entsprechendes Schild „Bitte Abstand halten“. Foti: „Wir sind gerade bei der großen Wechselaktion von Winter- auf Sommerreifen. Da kamen acht Kunden gleichzeitig und warteten. Die haben wir dann weitläufig über den Verkaufsraum verteilt.“

Der Meister hat eine ganz andere Sorge: Er kann zwar Autos verkaufen, aber wegen Corona haben die beiden Berliner Zulassungsstellen ihren Betrieb weitgehend reduziert. Die Fahrzeuge bekommen keine Zulassung.

Thomas Lundt (65), Obermeister der Berliner Kfz-Innung (rund 1000 Betriebe mit 12.000 Mitarbeitern) sagte dem KURIER, man merke von den Auswirkungen in der Branche noch wenig. „Der größte Schaden wird sein, dass Mitarbeiter nicht zur Arbeit kommen können, weil sie ihre Kinder betreuen müssen.“ Und es werde ein Problem, wenn die Verkäufe einbrechen.

Thomas Lundt (65), Obermeister der Berliner Kfz-Innung: „Wir können unseren Leuten doch keine Wasserpumpe mit nach Hause geben.“ Foto: Gerhard Lehrke

Das bisherige Handeln der politischen Führung Berlins mit täglich neuen Anordnungen „nicht hilfreich“ für Unternehmen gewesen, meint Lundt. Ob man den Versprechungen der Politik insgesamt glauben könne, was finanzielle Hilfen angeht, müsse man abwarten, ob es gelingt, dass die Firmen die Krise überleben.