Ein Einkauf liegt in einem Einkaufswagen in einem Berliner Supermarkt. Die Waren werden immer teurer. Rekord-Inflation! dpa/Fabian Sommer

Was uns lieb ist, ist gerade teuer. Ziemlich teuer. Für ihre Lebenshaltung mussten Konsumenten in Berlin und Brandenburg im Mai über acht Prozent mehr ausgeben als vor einem Jahr, das teilte das Amt für Statistik am Dienstag mit. Konkret lag die Teuerung in Berlin bei 8,6 Prozent und damit so hoch wie seit 1992 nicht. In Brandenburg waren es 8,5 Prozent, dort waren die Preise zuletzt 1994 stärker gestiegen.

Im Mai 2022 erhöhten sich die Verbraucherpreise im Vergleich zu Mai 2021 in Berlin um 8,6 Prozent und in Brandenburg um 8,5 Prozent, teilt das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mit. Gegenüber April 2022 stiegen die Preise damit in Berlin um 1,0 Prozent und in Brandenburg um 1,5 Prozent.

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Die größten Preistreiber, so das Amt, waren weiterhin überdurchschnittlich steigende Preise für Energie. Die Nahrungsmittelpreise seien ebenfalls deutlich angestiegen. Aber auch ohne Energie und Nahrungsmittel lag die Teuerung mit 4,2 Prozent in Berlin und 3,8 Prozent in Brandenburg weit über der Teuerung der letzten 20 Jahre.

Nach wie vor wirkten die Unsicherheiten, die der Krieg zwischen Russland und der Ukraine mit sich bringt, auf die Energiepreise. Darüber hinaus würden sich immer mehr Preissteigerungen auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen und Lieferengpässe bemerkbar machen.

Das Statistikamt: „Die Energiepreise stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat in Berlin um 39,4 Prozent und in Brandenburg um 41,9 Prozent. Dabei sind es vor allem die Preise für Heizöl, die mit Steigerungen von 95,4 Prozent in Berlin und 107,6 Prozent in Brandenburg auf die Energiepreise wirken. Aber auch Strom und Gas verteuerten sich.“

Und weiter: „Überdurchschnittliche Teuerungen gegenüber dem Vorjahresmonat wurden auch bei Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen beobachtet. In Berlin nahmen die Preise um 11,4 Prozent und in Brandenburg um 9,6 Prozent zu.“

Rekord-Inflation bringt nochmals kräftigen Anstieg der Nahrungsmittelpreise

Die Nahrungsmittelpreise stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat in Berlin um 12,4 Prozent und in Brandenburg um 13,8 Prozent. Hier wirkten die Teuerungen bei den Erzeugerpreisen landwirtschaftlicher Produkte. Sowohl pflanzliche als auch tierische Produkte hätten sich gegenüber dem Vorjahr stark verteuert. Hohe Preissteigerungen wurden insbesondere beobachtet bei:

Mehl u. a. Getreideerzeugnisse in Berlin +39,3 Prozent, in Brandenburg +43,1 Prozent, darunter Weizenmehl in Berlin +57,4 Prozent, in Brandenburg +57,3 Prozent

Fleisch und Fleischwaren in Berlin +19,7 Prozent, in Brandenburg +19,9 Prozent, hier insbesondere
Rinder- und Schweinehackfleisch

Sonnenblumen-, Rapsöl oder Ähnliches in Berlin +86,6 Prozent, in Brandenburg +67,6 Prozent

Butter in Berlin +37,2 Prozent, in Brandenburg +55,7 Prozent

Eier in Berlin +25,6 Prozent, in Brandenburg +32,5 Prozent

Tomaten und Gurken in Berlin +30,8 bzw. +22,4 Prozent, in Brandenburg +35,0 bzw. +22,9 Prozent

überdurchschnittliche Preissteigerungen auch bei Kartoffeln: Berlin +17,3 Prozent, Brandenburg
+16,4 Prozent

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Deutlich weniger musste hingegen in beiden Ländern für Blumenkohl, Paprika und Möhren ausgegeben werden.