Polizisten nehmen einen Rechtsextremen fest. Foto: AFP/Tobias Schwarz

Zu Demonstrationen von Rechtsextremen im Berliner Regierungsviertel sind bislang nur wenige Teilnehmer gekommen. „Hier ist ganz wenig los“, sagte eine Polizeisprecherin am Sonnabendvormittag über die Lage am Brandenburger Tor, wo sich ihr zufolge etwa 70 Leute versammelt hatten. Die Polizei hatte bei den verschiedenen Protesten von Rechtsextremen und sogenannten Reichsbürgern mit einer niedrigen vierstelligen Teilnehmerzahl gerechnet. Zu linken Gegenprotesten in der Nähe kamen am Sonnabend etwa 150 bis 200 Teilnehmer, sie versammelten sich auf der Straße Unter den Linden.

Am Rande der Kundgebung am Brandenburger Tor beschimpften und bedrohten einige rechtsextreme Teilnehmer Fotografen. Die Polizei schritt schnell ein. Kurz darauf gab es anderer Stelle zwei Festnahmen von Teilnehmern, es kam zu kleineren Rangeleien, wie ein dpa-Reporter berichtete.

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Bei den Demonstrationen der Rechtsextremen im Berliner Regierungsviertel ist die Polizei am Sonnabend mit bis zu 1800 Kräften im Einsatz. Es gebe dabei Unterstützung aus Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und von der Bundespolizei, teilte die Polizei mit.

Gegendemonstranten zeigen den Rechtsextremen, was sie von ihnen halten. Foto: AFP/Tobias Schwarz

Verfassungsschutz: Gewaltbereite unter den rechtsextremen Demonstranten

Laut Polizei war vor der russischen Botschaft eine Kundgebung mit 500 Teilnehmern angemeldet. Ein Autokorso, der am frühen Morgen starten wollte, sei wegen geringer Teilnehmerzahl abgesagt worden, sagte eine Polizeisprecherin. Berlins Verfassungsschutzchef Michael Fischer hatte vorab erklärt, alle aufrufenden Gruppen hätten mehr oder weniger deutliche Bezüge zu Rechtsextremisten. Darunter seien auch gewaltbereite Personen.

Neu im Konzept der Polizei sind bei der Demo drei gesicherte Anlaufstellen für die Presse. „Wenn man sich bedrängt oder bedroht fühlt, kann man sich dorthin zurückziehen“, erläuterte die Polizei. „Wir werden beobachten, wie das angenommen wird.“

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Verschiedene Initiativen und linke Gruppen hatten Proteste gegen die Rechtsextremisten angekündigt. Geplant ist unter anderem eine Kundgebung mit dem Motto „Geradedenken“ auf dem Pariser Platz am Brandenburger Tor, wie es in Aufrufen im Internet heißt.

Am Nachmittag (14 Uhr) ist zudem eine Demonstration von Kritikern der Corona-Gesetze auf dem Alexanderplatz angemeldet.