Die 17-jährige Dilan spricht auf der Demonstration „Schaut nicht weg!“. Dilan wurde am 5. Februar an der Tramhaltestelle Greifswalder Straße rassistisch angegriffen. dpa/Annette Riedl

Rund zwei Wochen nach einem rassistischen Angriff auf eine türkischstämmige 17-jährige Jugendliche in Berlin-Prenzlauer Berg hat die Polizei alle sechs mutmaßlichen Täter identifiziert. Das sagte Polizei-Vizepräsident Marco Langner am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. Der Verlauf der Auseinandersetzung in einer Straßenbahn und an einer Haltestelle werde weiterhin genau ermittelt. Es gebe „sehr gutes Videomaterial“ aus der Straßenbahn, das die Polizei auswerte.

Langner sagte, der Fehler in der ersten Mitteilung sei durch eine falsche Interpretation der Strafanzeige durch die Pressestelle entstanden. Eine Auswertung der Videos habe dann ergeben, dass die junge Frau eine Corona-Maske getragen habe. Ob die Polizei sich inzwischen bei der Frau entschuldigt habe, sei ihm nicht bekannt.

Die 17-Jährige war nach ihrer Schilderung von drei Frauen und drei Männern rassistisch angepöbelt, verprügelt und getreten worden. In einem Video aus dem Krankenhaus berichtete sie teilweise weinend von dem Vorfall: „Ich wurde gestern zusammengeschlagen, weil ich Ausländerin bin.“ Das Video wurde im Internet millionenfach aufgerufen.

Die Polizei hatte die Ursache des Angriffs zunächst falsch dargestellt und in einer Mitteilung geschrieben, Auslöser des Konflikts sei gewesen, dass die Frau keine Corona-Maske getragen habe.