Drei junge Männer starben Anfang Februar, als ihr Auto mit viel zu hoher Geschwindigkeit am Treptower Park von der Straße abkam, zerrissen wurde und in Flammen aufging. Der Fahrer überlebte.  Foto: Morris Pudwell

Die Berliner Polizei kann sich eine Menge Kerben in ihre Blitzer und Laser ritzen: Im März erwischte sie 3271 Autofahrer, die zu schnell unterwegs waren. In dem Monat hatte sie bei ihrer Verkehrsüberwachung vor allem auf Raser geachtet, darunter die Teilnehmer illegaler Rennen. 

Bei einigen Rasern gab es ordentliche Bußgelder, Anzeigen und Fahrverbote. So war ein Autofahrer in einer Tempo-30-Zone mit aberwitzigen 90 Sachen unterwegs. Ein anderer wurde auf der Stadtautobahn mit 137 statt erlaubter 80 km/h erwischt.

Insgesamt 58 unerlaubte Kraftfahrzeugrennen konnten die Beamten feststellen, und das trotz schlimmster Unfälle und härtester Urteile. 13 Fahrer seien dabei besonders grob verkehrswidrig und rücksichtslos unterwegs gewesen, um eine höchstmögliche Geschwindigkeit zu erreichen.

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Die gezielte Überwachung sei notwendig gewesen, weil 2020 fast 2100 Verkehrsunfälle wegen „nicht angepasster Geschwindigkeit“ oder „Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit“ gezählt worden waren. In den Jahren 2018 bis 2020 gab es jeweils bei der Hälfte dieser Art Unfälle Verletzte, außerdem 2018 elf, 2019 fünf und 2020 neun Tote.  

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Wurden hinter den Messstellen „Mausefallen“ aufgestellt, gab es für die Polizei noch den einen oder anderen „Beifang“: Auf dem Kudamm fiel ein Mann auf, weil er während der Fahrt mit dem Handy telefonierte: Es habe sich herausgestellt, dass es sich um einen geschäftstüchtigen Drogenhändler handelte. 14 kleine Gefäße mit „weißem Pulver“ und ein vierstelliger Bargeldbetrag wurden beschlagnahmt. 

 Nebenbei wurde auch auf andere Delikte geachtet: Von den 32 erwischten Suff-Fahrern hatte einer stramme 3,2 Promille im Turm. 40 Menschen saßen unter Drogeneinfluss am Steuer. 

Die Haltung, rote Ampeln nur noch als Empfehlung anzusehen, greift anscheinend vor allem bei Radlern um sich. Von 447 ertappten Rotlichtsündern waren 345 auf dem Rad unterwegs, drei mit einem E-Scooter, 98 mit einem Kraftfahrzeug.