Till Lindemann auf einer penisförmigen Schaumkanone bei der großen Rammstein-Tour-Generalprobe in Prag. Auf diese Szene dürfen sich die Fans freuen. zVg

Feuer frei für Rammstein! Nachdem die für 2020 geplante letzte Tour der Berliner Rocker wegen der Corona-Pandemie verschoben werden musste, geht es nun endlich los: Am Sonnabend steht die Truppe um Till Lindemann in Prag auf der Bühne, zieht danach durch zahlreiche Stadien in Europa und Amerika. Schon am Mittwoch durften ausgewählte Fans bei der Generalprobe in der tschechischen Hauptstadt die Show begutachten – KURIER war dabei.

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So kam der KURIER zur Rammstein-Generalprobe

Es hat Tradition bei den Berliner Rockern: Bevor eine Tour startet, gibt es Generalproben, damit alle Showeffekte noch einmal getestet, die Songs probiert werden können. Die Eintrittskarten dafür werden im offiziellen Fan-Forum „LIFAD“ („Liebe ist für alle da“) verlost, sind Goldstaub für die Fans von Till Lindemann und Co. Nur ein paar Hundert Anhänger der Band bekommen die Chance, die Show vor dem ersten offiziellen Konzert zu sehen – und dieses Mal war der KURIER mittendrin.

Zum Tour-Auftakt steht die XXL-Bühne der Rocker auf dem Flugplatz Letnany im Norden von Prag. Zum Einlass gibt‘s ein Armbändchen, drinnen hocken die paar Fans entspannt vor der Bühne – auf der gleichen Fläche, wo sich sonst Tausende drängeln. Die Kulisse der Show ist die gleiche, mit der die Musiker schon 2019 durch die Lande zogen: Eine gigantische Stahlkonstruktion, in der Mitte ein riesiger Turm, links und rechts Wände mit Hunderten Scheinwerfern für ein gigantisches Lichterspektakel.

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Eine gigantische Stahlkonstruktion und natürlich reichlich Flammen gehören zum Auftritt von Rammstein dazu. zVg

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Die Rocker eröffnen mit einer klassischen Fanfare und einer lauten Explosion im Bühnen-Himmel, spielen dann zwei Songs des neuen Albums, „Armee der Tristen“ und „Zick Zack“. Nur vier Titel der Platte, die erst Ende April erschien, kommen bei der aktuellen Tour auf die Bühne. „Zeit“ läuft mitten im Konzert, „Adieu“ bildet den Abschluss des Abends.

Rammstein spielt vor allem seine Klassiker

Hauptsächlich besteht das Konzert aus Klassikern der Berliner Rocker, begleitet von gigantischen Showeffekten. Zum Kannibalismus-Lied „Mein Teil“ röstet Till Lindemann den Rammstein-Keyboarder Christian „Flake“ Lorenz mit einem Flammenwerfer in einem XXL-Kochtopf, bei „Pussy“ reitet der Rammstein-Frontmann auf einer Penis-Kanone und bespritzt die Zuschauer mit weißem Schaum. Bei „Sonne“ sorgen die unzähligen Flammenwerfer für eine bestialische Hitze, auch im Zuschauerraum. Und „Du hast“ wird begleitet von Heul-Raketen, die über den Köpfen der Zuschauer hinweg von der Bühne zur anderen Seite der Arena und zurück fliegen, wo sie weiteres Feuerwerk auslösen.

Hinzu kommt die irre Lichtshow, bei Songs wie „Ausländer“ und „Deutschland“ vom namenlosen Rammstein-Album von 2019, aber auch bei „Du riechst so gut“ und „Heirate mich“. Aber: Es gibt auch die ruhigen Momente! Ihren Klassiker „Engel“ singen die Berliner als Karaoke-Version mit allen Zuschauern auf eine Bühne mitten im Zuschauerraum - und bei „Diamant“ wird Lindemann nur von Keyboarder Lorenz und dem Bassisten Oliver Riedel begleitet. Weitere Songs des Abends unter anderem:   „Sehnsucht“, „Zeig dich“, „Puppe“, „Links 234“, „Mein Herz brennt“ und „Radio“.

Die Auserwählten: Nur wenige Hundert durften bei der Tour-Generalprobe von Rammstein dabei sein. zVg

Rammstein bietet ein Feuerwerk der Showeffekte

Alles in allem ist auch diese Show der Berliner Rocker eine Freude für alle Fans – ein Feuerwerk der Showeffekte. Bei der Generalprobe lief zwar noch nicht alles rund, dafür feierten die Fans mit einem Ständchen den Geburtstag von Schlagzeuger Christoph Schneider, der am Mittwoch 56 Jahre alt wurde. Nur eine Frage bleibt unbeantwortet: Verabschieden sich die Berliner bald in den Ruhestand? Nachdem sich große Teile des neuen Albums „Zeit“ mit der Vergänglichkeit auseinandersetzen, hatte vor allem der Song „Adieu“ für Spekulationen gesorgt. Wollen sich Till Lindemann und seine Kollegen damit etwa auch von den Fans verabschieden?

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Zum Schluss erklingt eben jenes Abschiedslied, die Band verschwindet mit einem Fahrstuhl im Bühnenhimmel, es gibt einen letzten lauten Knall. Spannend dabei: Ein paar Zeilen von „Adieu“ dichtete Lindemann auf der Bühne leicht um. So hieß es statt „den letzten Weg musst du alleine gehen“ nun plötzlich „den letzten Weg müsst ihr alleine gehen“, gerichtet an die Fans. Ein neuer Hinweis darauf, dass bald die Rocker-Rente kommt? Die Fans werden es sicher bald erfahren, einige spekulieren aber zunächst auf eine Fortsetzung der Tour im Jahr 2023.