Anis Mohamed Youssef Ferchichi, bekannt als Rapper Bushido, steht beim Prozess gegen den Chef einer bekannten arabischstämmigen Großfamilie neben seinem Anwalt.  Foto: dpa

Im Prozess gegen einen Berliner Clanchef und drei seiner Brüder wird der Rapper Bushido am Mittwoch (9.30 Uhr) zum 14. Mal als Zeuge gehört. Das Berliner Landgericht verhandelt seit rund fünf Monaten. Es geht um Straftaten zum Nachteil des Musikers. Hauptangeklagter ist der Ex-Geschäftspartner von Bushido. Die Anklage wirft dem 44-jährigen Arafat A.-Ch. Freiheitsberaubung, Beleidigung, versuchte schwere räuberische Erpressung, Nötigung und gefährliche Körperverletzung vor.

Zuletzt hatte Bushido (42) vor Gericht erklärt, er sei einer Aufhebungsvereinbarung monatelang hinterhergelaufen. Er habe dem Clanchef zunächst 1,8 Millionen Euro angeboten und sei dann bereit gewesen, die Summe zu erhöhen. Seine Schmerzgrenze hätte bei 2,4 Millionen Euro liegen können. Er habe zahlen wollen, damit er und seine Familie in Ruhe gelassen werden. Arafat A.-Ch. aber habe abgelehnt und von ihm Zahlungen bis an sein Lebensende gefordert.

Bushido und der Chef einer bekannten arabischstämmigen Großfamilie waren über Jahre hinweg Partner im Musikgeschäft. Laut Anklage soll es zu den Straftaten gekommen sein, nachdem der Rapper 2017 die geschäftlichen Beziehungen aufgelöst habe. Der Clanchef habe die Trennung nicht akzeptieren wollen. Bushido sei bedroht, beschimpft, im Januar 2018 in einem Büro eingesperrt und mit Wasserflasche und Stuhl attackiert worden.

Die vier Angeklagten haben bislang zu den Vorwürfen geschwiegen. Bushido, mit bürgerlichem Namen Anis Ferchichi, wird stets von Personenschützern in den Gerichtssaal gebracht. Er ist nicht nur Zeuge, sondern auch Nebenkläger. Seit mehr als zwei Jahren bekommen auch seine Frau und die Kinder Personenschutz.