Prinz Charles mit seiner Ehefrau Camilla Foto:  Odd Andersen/AP

Der britische Thronfolger Prinz Charles hat am Volkstrauertag einen Kranz an der Neuen Wache im Zentrum Berlins niedergelegt. An der Zeremonie am Sonntagmittag nahmen auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble, Bundesratspräsident Reiner Haseloff und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (alle CDU) teil. Die Neue Wache in Berlin-Mitte ist seit 1993 die zentrale Gedenkstätte der Bundesrepublik für die Opfer der Kriege und der Gewaltherrschaft.

Die handschriftliche Botschaft auf einer Karte am Kranz von Prinz Charles lautete: „In everlasting remembrance of all victims of conflict and tyranny. Charles.“ („In ewiger Erinnerung an alle Opfer von Konflikten und Tyrannei. Charles.“) Begleitet wurde der Thronfolger von seiner Ehefrau Herzogin Camilla. Zuvor hatten Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender Charles und Camilla im Schloss Bellevue zu einem Gespräch empfangen.

Die handschriftliche Botschaft auf einer Karte am Kranz von Prinz Charles lautete: „In everlasting remembrance of all victims of conflict and tyranny. Charles.“ („In ewiger Erinnerung an alle Opfer von Konflikten und Tyrannei. Charles.“) Foto: Odd Andersen/AFP

Der Prinz von Wales und seine Frau sind anlässlich der zentralen Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag in Berlin. Der diesjährige Volkstrauertag zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus und an die Toten beider Weltkriege ist der deutsch-britischen Freundschaft gewidmet.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat mit dem Versprechen einer weiterhin engen Partnerschaft auf den Berlin-Besuch des britischen Thronfolgers Prinz Charles zum Volkstrauertag reagiert. „Wir Deutsche sind Prinz Charles und Herzogin Camilla tief dankbar für diese außergewöhnliche Geste der Versöhnung und der Verbundenheit in außergewöhnlichen Zeiten“, erklärte Steinmeier am Sonntag nach einem Gespräch mit Prinz Charles und dessen Ehefrau, Herzogin Camilla, in Schloss Bellevue, dem Amtssitz des Bundespräsidenten.

Prinz Charles und Camilla mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seiner Frau Elke Büdenbender Foto: Odd Andersen/AFP

„Uns einen der Wunsch und die feste Absicht, die gute Nachbarschaft und enge Partnerschaft zwischen dem Vereinigten Königreich und Deutschland auch in Zukunft zu erhalten und zu stärken“, versicherte Steinmeier. Im Anschluss nahm der Bundespräsident gemeinsam mit dem Prinzen und Repräsentanten der Verfassungsorgane an der Kranzniederlegung zum Volkstrauertag an der Neuen Wache teil. Die Neue Wache in Berlin-Mitte ist seit 1993 die zentrale Gedenkstätte der Bundesrepublik für die Opfer der Kriege und der Gewaltherrschaft.

Am Nachmittag hielt Prinz Charles die Gedenkrede zum Volkstrauertag im Bundestag. Es ist das erste Mal, dass ein Mitglied der Königlichen Familie an der zentralen Gedenkfeier zum Volkstrauertag teilnimmt.

Prinz Charles bei seiner Gedenkrede zum Volkstrauertag im Bundestag. Foto: Axel Schmidt/AFP

Charles und Camilla waren zuletzt im Mai 2019 zu Besuch in Deutschland. Charles war seit 1962 mehr als dreißig Mal in der Bundesrepublik, sowohl offiziell als auch privat.

Steinmeier hatte Prinz Charles zu der Gedenkfeier eingeladen. Damit reagierte der Bundespräsident auch darauf, dass die britische Königin ihn vor zwei Jahren zu den damaligen Feiern zum Gedenken an das Ende des Ersten Weltkrieges 1918 nach London eingeladen hatte. Es war das erste Mal, dass ein deutsches Staatsoberhaupt zur traditionellen Kranzniederlegung am 11. November in die britische Hauptstadt reiste. Die Regierung in London hatte dies als „historischen Akt der Versöhnung“ gewertet.

Der britische Thronfolger Prinz Charles wurde am Sonnabend von der britischen Botschafterin Jill Gallard (vorn, r) am BER begrüßt. 
Foto: Odd ANDERSEN/AFP

Der Volkstrauertag ist ein staatlicher Gedenktag - immer der Sonntag zwei Wochen vor dem ersten Advent. Er wird in Deutschland seit 1919 begangen - ursprünglich, um Solidarität mit den Hinterbliebenen der Opfer des Ersten Weltkriegs zu zeigen. Inzwischen gedenkt die Bundesrepublik aller Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft.

Steinmeier hat in diesem Jahr den Text des Totengedenkens im Bundestag verändert und gedenkt nun ausdrücklich auch der Opfer terroristischer, politischer, islamistischer, rassistischer und antisemitischer Anschläge und Morde in Deutschland aus den vergangenen Jahren.