Speisen oder Getränke zum Mitnehmen, der Verzehr in Fast-Food-Restaurants - das war nach Daten des Statistischen Bundesamts im März rund sechs Prozent teurer als vor einem Jahr. dpa/Fabian Sommer

Samstag ist mein Dönerstag. Wenn ich arbeiten muss, gibt es in der Mittagspause immer Döner. Immer am gleichen Imbiss, bei Prime Kebap am S-Bahnhof Friedrichstraße. Vorhin wieder. Ich bestelle einen Döner und reiche 5 Euro über den Tresen. „Sechs Euro bitte“, sagt der Verkäufer. Vor einer Woche waren es noch 5 Euro, ein paar Wochen davor 4,50 Euro. Die Zeiten, wo man in Berlin einen Döner für 3 oder 3,50 Euro bekommen hat, sind vorbei.

Ob Pommes, Döner oder Burger – die Preise ziehen auch in Imbissbuden deutlich an. Speisen oder Getränke zum Mitnehmen, der Verzehr in Fast-Food-Restaurants – das war nach Daten des Statistischen Bundesamts im März rund sechs Prozent teurer als vor einem Jahr. Die Kosten laufen den Betrieben dennoch davon, heißt es in der Dönerbranche und bei Burgerketten.

3,50 Euro für einen Döner – das war einmal

„Ein Döner müsste eigentlich 7,30 Euro kosten“, sagte Gürsel Ülber, der Vorstandsvorsitzende des Vereins türkischer Dönerhersteller in Europa, der Deutschen Presse-Agentur. Lange Zeit waren in der Hauptstadt Preise um 3,50 Euro üblich. Nun seien es zwischen fünf und sechs Euro – ein Niveau, das Kunden in Bayern und Baden-Württemberg schon kannten, wie Ülber erklärte. Er rechnet mit weiteren Preiserhöhungen.

Bundesweit treffen die Imbissbranche die steigenden Preise für Energie und Lebensmittel. Getreide, Mehl, Gemüse – für alles müssen die Unternehmen mehr bezahlen.

„Aufgrund langfristiger Vertragsbeziehungen können einige der Preissteigerungen abgefedert werden“, erklärte Andrea Belegante, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands der Systemgastronomie. Aber das wird nicht so bleiben. Bei weiter steigenden Preisen wird es für die Anbieter nötig sein, „die Preise der einzelnen Produkte genau zu überprüfen.“

Pflanzenöl für Pommes wird knapp

Zwar gibt es noch überall Pommes frites, wie der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband in Bayern hervorhebt. Aber die Gastwirte hätten zunehmend Schwierigkeiten, an Pflanzenöl zu kommen. „Die Preise sind immens gestiegen“, sagte Landesgeschäftsführer Thomas Geppert.

Knapp zwei Drittel der Betriebe im Freistaat klagten nach einer Umfrage aus der vergangenen Woche über Lieferengpässe. Fast immer betrafen diese Pflanzenöl, in jedem zweiten Fall auch Mehl.

So manche Dönerbude wird wohl aufgeben

Dönerproduzent Ülber sagte: „Es ist wegen der Konkurrenz schwer, die Preise vollständig weiterzugeben.“ Er zahle bei den Schlachthöfen und Zerlegebetrieben deutlich mehr. Wenn er seine Spieße entsprechend teurer an die Imbisse verkaufe, versorgten diese sich aber möglicherweise lieber bei anderen Anbietern.

„Seit etwa sechs Monaten ist die Lage sehr schwierig“, beschrieb Ülber die Situation der Branche. Viele Betriebe machten keinen Gewinn mehr. Ülber hält es für möglich, dass schon in zwei bis drei Monaten die ersten Dönerimbisse aufgeben müssen. Für die übrigen stiegen dann spätestens im Herbst die Kosten weiter – wegen der Mindestlohnerhöhung auf zwölf Euro pro Stunde.