Das gegrillte Hähnchen war wohl die wichtigste Speise in den Gaststätten Zum Goldbroiler, die es in der DDR gab. imago/imagebroker

Alles wird immer teurer, der Einkauf im Supermarkt ein Spießroutenlauf – und auch viele Gastronomen müssen die Preise durch gestiegene Kosten und lange Corona-Auszeit anziehen. Da sehnen sich einige nach den Preisen, die früher auf den Speisekarten prangten. Können Sie sich etwa noch erinnern, was es in den Kult-Lokalen der Kette „Goldbroiler“ in der DDR gab? Im Berliner DDR Museum in der Karl-Liebknecht-Straße schlummert noch heute eine Speisekarte aus der damaligen Zeit… KURIER hat einen Blick riskiert.

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Die beliebte Brathähnchenkette gab es auf dem ganzen Gebiet der DDR, in Berlin war das Unternehmen ebenfalls mit Filialen vertreten. Laut der Speisekarte gab es einen „Goldbroiler“-Laden in der Mühlenstraße in Pankow und jeweils in der Schönhauser und der Prenzlauer Allee in Prenzlauer Berg. Ebenfalls speisen konnte man bei „Zum Goldbroiler“ in der Klement-Gottwald-Allee in Weißensee und in der Frankfurter Allee in Lichtenberg. Weitere Filialen gab es in Mitte, Treptow-Köpenick und Friedrichshain.

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Wissen Sie noch, was es in den Goldbroiler-Gaststätten der DDR gab?

Und was gab’s? Natürlich das beste vom Hähnchen! Auf der Speisekarte, die im Depot des Berliner DDR Museum schlummert, sind die unterschiedlichsten Gerichte verzeichnet. Bei den Vorspeisen führten die Lokale unter anderem Geflügel-Soljanka für 1,50 Mark, Hühnerbrühe mit Ei für 1 Mark, Geflügelcremsuppe für 0,75 Mark und Hühnerbrühe mit Reis für 0,50 Mark.

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Für den größeren Hunger gab’s Hauptgerichte: Brühreis mit Geflügelklein war für 1,35 Mark zu haben, Hühnerfrikassee mit Reis kostete 3,90 Mark. Sautierte Geflügelleber mit Zwiebeln und Pommes Frites kostete 3,45 Mark. Ein „Wiener Backhuhn mit pommes chips“ war für 3,20 Mark zu haben und ein „Paprikahuhn, mit Salaten umlegt“ für 3,55 Mark. Das wichtigste war aber der Goldbroiler – den gab es mit „pommes chips oder pommes frites“ schon für 2,85 Mark und zusätzlich „mit Salaten umlegt“ für 3,55 Mark.

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Goldbroiler in der DDR: Eine Tasse Kaffee kostete nur 94 Pfennige!

Doch auch fleischfrei gab es in der DDR: Die Eierspeisen lockten alle, die kein Hühnchen auf dem Teller haben wollten. Spiegelei oder Rührei mit Brot ist mit 1,25 Mark auf der Speisekarte von „Zum Goldbroiler“ verzeichnet, die Salatplatte mit zwei Spiegeleiern und Pommes Frites für 3,20 Mark.Dazu gab’s nach Belieben Bohnensalat für 60 Pfennige, Selleriesalat für 70 Pfennige und Krautsalat für 45 Pfennige – und hinterher ein Tässchen Kaffee „komplett“ für 94 Pfennig.

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Übrigens: Wussten Sie, woher der Begriff „Broiler“ eigentlich kam? Das Wort leitet sich vom französischen „brûler“ ab, was „brennen“ bedeutet. Amerikanische und britische Wörterbücher definierten einen „broiler“ als „a (young) chicken suitable for broiling“ – also: ein zum Braten geeignetes Hähnchen. In der DDR setzte sich der Begriff 1961 durch, weil man Broiler aus einer Geflügelzüchterei in Bulgarien kaufte, die den Hähnchen in Anlehnung an die Wortherkunft den Namen „brojleri“ gab. Der Begriff schaffte es sogar in das Lexikon für das Gaststätten- und Hotelwesen der DDR.

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