Das Innere der Potsdamer Platz Arkaden. Hier soll 2022 ein moderner Marktplatz entstehen. Die Bauarbeiten liegen gut im Zeitplan.
Foto: Berliner Kurier / Christian Schulz

Der Online-Handel und der Zahn der Zeit haben am Shoppingcenter Potsdamer Platz Arkaden genagt. Im April schloss der 40.000 Quadratmeter-Koloss an der Alten Potsdamer Straße seine Pforten. Bis zum Frühjahr 2022 wird hier komplett entkernt und umgebaut. 

Vor den beiden Eingängen in der Alten Potsdamer Straße befinden sich jetzt große Kunstwerke. Der italienische Street-Art Künstler Millo hat ein Wandbild beigesteuert, im Inneren sorgt ein Werk der Berliner Duos 44flavours für Farbe. 

Die eigentliche Attraktion aber spielt sich im Verborgenen hinter den Riesen-Leinwänden ab. Nichts weniger als die Neuerfindung eines innerstädtischen Zentrums wollen sie hier versuchen. Im Inneren der Arcaden erinnert nichts mehr an das Shoppingcenter, das zur Jahrtausendwende modern war. Blanke Stahlträger und staubiger Beton sind noch übrig, und es braucht schon einiges an Phantasie, um sich vorzustellen, dass dies hier in anderthalb Jahren ein hipper Großstadtmarktplatz sein wird, der neben Touristen auch die Berliner wieder begeistern soll. 

Quartier Potsdamer Platz soll moderner werden

Den Potsdamer Platz neu denken will man mit dem ambitionierten Vorhaben, das komplizierter ist als jeder Neubau. In den ehemaligen Arcaden soll die Architektur des Viertels mit seinen Gassen und Häuserblocks sichtbar werden. Lichtschächte bringen die Sonne bis ins Untergeschoss, wo es weiter Nahversorgung und Dienstleister geben wird. 

Die verbindenden Brücken in den Geschossen sind abgerissen, auf einem Straßenpflasterbelag werden Kunden in Zukunft an zwei- oder dreigeschossigen Läden, die an Stadthäuser mit großen Glasfassaden erinnern, entlang flanieren. Einer der ersten Ankermieter ist bereits bekannt: Die Londoner Mercato Metropolitano verstehen sich als Gegenentwurf zu Systemgastroriesen wie McDonalds und werden über 5000 Quadratmeter Fläche mit nachhaltigen Produkten aus der Region und aller Welt und mit modernen internationalen Restaurantkonzepten sowie lokalen Anbietern bespielen.

Während des Umbau ist die Baustelle mit moderner Kunst verhüllt. Sebastian Bagge (l.) und Julio Rölle (r.) schufen das knallige Werk extra für die Arkaden. Alle sechs Monate gibt es ein neues Werk. 

Foto: Berliner Kurier/Christian Schulz

Von 130 Shops vor dem Umbau wurde auf 90 reduziert, die künftig sechs Themenwelten abdecken: von Technologie über Sport, Fashion, Lifestyle bis hin zu Entertainment. Das beliebte Eiscafé wird wieder einziehen, der Nachbar Cinemaxx hat bis 2040 verlängert. Am Marlene-Dietrich-Platz soll die Aufenthaltsqualität verbessert werden, die abweisenden Fassaden des Centers sollen geöffnet und mit Außengastronomie aufgelockert werden. Bisher liegen die Bauarbeiten, bei dem auch die komplette Brandschutzanlage erneuert wird, voll im Zeitplan.