Von Monstern, Mäusen und Menschen.  Axel Schefflers fantastische Briefbilder. Ausstellung im Museum für Kommunikation Berlin.
Von Monstern, Mäusen und Menschen. Axel Schefflers fantastische Briefbilder. Ausstellung im Museum für Kommunikation Berlin. Kay Herschelmann / Axel Scheffler / MSPT / Museum für Kommunikation Berlin

Na, haben Sie Weihnachten auch den einen oder anderen Brief oder einige Grußkarten im Briefkasten gehabt? Gutes Gefühl, oder? Was glauben Sie, wie schön es für die Empfänger der Briefe von Axel Scheffler sein muss, wenn sie ein kunstvoll verziertes Exemplar von ihm im Kasten finden. 

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Ausstellung im Museum für Kommunikation

Sei über 40 Jahren gestaltet der Illustrator Axel Scheffler (ja, der mit dem Grüffelo) die Briefumschläge seiner Korrespondenz mit Collagen und Illustrationen und sendet sie in die ganze Welt – an ­Familie und Freunde, an Künstler und Verlage. Wer in den Genuss kommt, von Axel Scheffler Post zu bekommen, kann sich glücklich schätzen. Im Museum für Kommunikation sind 50 seiner Briefbilder noch bis zum 12.  März ausgestellt. Gehen Sie unbedingt mal hin, es lohnt sich. 

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Die Schnörkelschrift Axel Schefflers kennen nicht nur Kinder aus seinen Büchern. 
Die Schnörkelschrift Axel Schefflers kennen nicht nur Kinder aus seinen Büchern.  Kay Herschelmann / Axel Scheffler / MSPT / Museum für Kommunikation Berlin

Insgesamt hat Scheffler, Jahrgang 1957, mehr als hundert Bücher von „Die Schnecke und der Bücherwal“ bis „Räuber Ratte“ illustriert, seine bekannteste Figur ist wohl das Monster Grüffelo. Doch während er in den Kinderbüchern, die oft die Autorin Julia Donaldson schreibt, an Vorgaben gebunden ist, kann Axel Scheffler sich auf der Fläche eines Briefumschlags austoben. Ohne Auftrag, einfach so.

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Entlang der Wand im zweiten Stock des Museums für Kommunikation sind sie aufgereiht, die Schätzchen. Brigitta eine Lektorin aus Schweden etwa bekommt Pilze auf das Kuvert, bei anderen Adressaten tummeln sich Zwerge, Fabelwesen, Tiere, Landschaften, Sprüche, Historisches, Politisches, Albernes und einfach nur Schönes. 

Oft baut Scheffler die Briefmarke in die Bildkomposition ein, da bekommt dann die Queen einen Hut aufgesetzt oder der Prinzgemahl eine Rockgitarre in die Hand. Axel Scheffler habe dafür extra eine große Sammlung von Briefmarken, lernt man in der Ausstellung.

Grüffelo und Co. auf illustrierten Briefen 

Und natürlich tauchen auch immer wieder die Charaktere aus seinen Büchern auf. Die Killerkatze, die Maus vom Grüffelo, Schnecken und Co., auch für Kinder ist die Schau deswegen ein großes Vergnügen.

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Axel Scheffler lebt und arbeitet in London, stammt aber aus Hamburg. 
Axel Scheffler lebt und arbeitet in London, stammt aber aus Hamburg.  Kay Herschelmann / Axel Scheffler / MSPT / Museum für Kommunikation Berlin

„Ich kann nicht einmal anatomisch korrekt zeichnen“

Axel Schefflers Handschrift und Zeichensprache sind immer unverwechselbar.  Dabei sagt er selber über sich, er komme sich manchmal vor wie ein Scharlatan. „Es gibt Leute, die das Handwerk genial beherrschen oder einen einzigartigen Strich haben. Ich kann nicht einmal anatomisch korrekt zeichnen. Die Größenverhältnisse und Perspektiven stimmen bei mir nie wirklich." Obwohl er Visuelle Kommunikation studiert habe, fühle er sich mehr  wie ein Autodidakt, so Scheffler. Manchmal komme ich mir ein bisschen vor wie ein Scharlatan“, sagte er  jüngst in einem Interview mit der Zeit.

Ein Werk aus der jüngeren Zeit, wie an den Corona-Masken zu erkennen ist. 
Ein Werk aus der jüngeren Zeit, wie an den Corona-Masken zu erkennen ist.  Kay Herschelmann / Axel Scheffler / MSPT / Museum für Kommunikation Berlin

Für sein Studium der Visuellen Kommunikation zog Axel Scheffler Anfang der 1980er Jahre von Hamburg nach Großbritannien, wo er bis heute lebt. Die Royal Mail befördert seine Kunstwerke zuverlässig. Ob das bei uns in Deutschland auch so problemlos möglich wäre? 

Wie versende ich bemalte Umschläge mit der Post? 

„Farbenfrohe Briefumschläge sind beim Versand unproblematisch, wenn die Empfängeradresse gut lesbar ist. Auf bunten Umschlägen sind weiße Adressaufkleber oder ein heller Hintergrund für die Empfängeradresse zu nutzen“, rät die Deutsche Post.

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Achtung: Quadratische Grußkarten und Briefe gelten aber als Sonderformat und sind daher als Großbrief zu verschicken, das heißt, es muss mehr Porto drauf. Für den Standardbrief gilt: Er darf maximal 0,5 cm hoch sein. Zu dick sollte die Deko darauf also nicht ausfallen. Sonst als Groß- oder Maxibrief schicken. Auch sollten die Umschläge vorn nicht mit Aufklebern oder Aufdrucken verziert werden, die Briefmarken ähneln oder mit postalischen Labeln und Vermerken verwechselt werden können. Außerdem sollten Künstler die Codierzone am unteren Rand des Umschlags frei lassen.

Queen in Gondel mit bedröppeltem Hund. 
Queen in Gondel mit bedröppeltem Hund.  aKy Herschelmann / Axel Scheffler / MSPT / Museum für Kommunikation Berlin

Obwohl Briefeschreiben in Zeiten von Smartphone und Kurznachricht nicht mehr aktuell scheint, belehrt uns Axel Scheffler mit seiner fortdauernden Liebeserklärung an die analoge Korrespondenz per Brief eines besseren. Er erinnert uns daran, wie sehr wir den handgeschriebenen, liebevollen Brief schätzen, wenn er denn im Briefkasten liegt.  Am Ende der kleinen aber feinen Sonderausstellung liegen - neben den Büchern des Illustrators - auch  Papier und Stifte bereit. Briefmarken gibt es an der Museumskasse. 

Bei den eintrittsfreien Museumssonntagen gibt es zur Ausstellung jeweils eine Familien-Aktion von 14-17 Uhr für Kinder ab 4 Jahren.

5.2.2023 Family Sunday for Future: Tierisch wilde Fisch-Eichhorn-Pinguin-Frosch-Krokodil-Wesen aus Eierkartons

5.3.2023 Family Sunday for Future: Grüffelo- und Mäuse-Fans gestalten Freundschaftsbriefe, Briefmarken und Bilder aus Recycling-Material

Winterferien 2023

Für die Altersklassen 5-8 Jahre und 9-12 Jahre bietet die Museumspädagogik des Museums für Kommunikation Berlin jeweils Dienstag, Mittwoch und Donnerstag während der Ferienwoche verschiedene Bastel- und Kreativworkshops an.

31.1.2023 • 14 Uhr: Mit Tinte und Feder. Fröhlich-bunte Briefe für Freund:innen malen und schreiben • 15:30 Uhr: Peppiges Pop-up – Wilde Fabelwesen hüpfen und springen aus Postkarten

1.2.2023 • 14 Uhr: Fingerdruck ist Kunst – Monster, Dinosaurier und Einhörner • 15:30 Uhr: Tagebuch einer Killerkatze

2.2.2023 • 14 Uhr: Lesung – Flunkerfisch und Superwurm • 15:30 Uhr: Lustiges aus der Druckwerkstatt. Karten, Kunst und Quatsch

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