Jetzt kann sie wieder lächeln: Angelina wurde ein Speichelstein entfernt, der ihr die Lebensqualität nahm. Helios-Klinikum/Thomas Oberländer

Ein sechs mal fünf Millimeter großer Stein in ihrem Mund machte Angelina (21) das Leben schwer. Vor fünf Jahren bekam die angehende Kriminalbeamtin aus Altlandsberg (Brandenburg) plötzlich starke Schmerzen beim Essen und Trinken. Nach einem Restaurantbesuch ertastete sie eine dicke Beule an ihrer rechten Wangenseite. Die Rettung: Ein HNO-Arzt diagnostizierte einen sogenannten Speichelstein und entfernte ihn ihr mit einem Spezialendoskop.

„Besonders wenn ich etwas Saures gegessen hatte, tat es sehr weh. Die rechte Seite in meinem Mund schwoll dann binnen Sekunden an“, sagt Angelina. Das geschah oft und sie hatte Angst vor jeder Mahlzeit.

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Ein Restaurantbesuch endete dramatisch: Ihre Mutter fuhr sie danach in die Notaufnahme. „Ich hatte eine Beule, die so groß wie ein Hühnerei war. Sie tat höllisch weh“, erinnert sich die Studentin der Polizeihochschule. Ihr Kopf ließ sich wegen der Schwellung kaum noch bewegen.

Helios-Klinikum/Thomas Oberländer
So sah der Speichelstein aus, der aus Angelinas Mund entfernt wurde.

Eine Tast-und Ultraschalluntersuchung im Helios-Klinikum Berlin-Buch brachte Klarheit: Angelinas Speichelgang war verstopft. Dr. Carolin Dieke, Assistenzärztin im Fachbereich HNO, Kopf- und Halschirurgie sagt: „Bei der Patientin wurde ein Speichelstein im Bereich der Unterkieferspeicheldrüse festgestellt. Diese gehört zu den großen Speicheldrüsen des Kopfes und ist für ca. 70 Prozent der Speichelproduktion verantwortlich.“

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Die Bildung eines Speichelsteins ist noch nicht ausreichend erforscht

Ein Speichelstein trete in den meisten Fällen einseitig auf. Ursache könne eine Veränderung der Speichelzusammensetzung ebenso wie zu dickflüssiger Speichel sein. Der genaue Hergang der Bildung eines Speichelsteins sei bislang jedoch nicht ausreichend erforscht. „Was wir jedoch wissen, ist das sich im Speichel kleine, feste Partikel befinden, die sich im Speichelgang anlagern. Ab einer gewissen Größe können diese Partikel nicht mehr auf natürliche Weise mit dem Speichel abfließen und verstopfen den Gang. Die Drüse schwillt an und es entstehen Schmerzen sobald der Speichelfluss angeregt wird. Essen oder alleine der Gedanke an Essen wird so zur Qual. Das wirkt sich natürlich sehr negativ auf die Lebensqualität der Betroffenen aus“, so Dr. Dieke.

Helios-Klinikum/Thomas Oberländer
Angelina mit Oberarzt Dr. Dominik Jasulaitis im Helios-Klinikum Berlin-Buch. Sie betrachten den Speichelstein.

Zunächst sollte Angelina versuchen, den Stein herauszuspülen. „Ich musste viel trinken und saure Lebensmittel essen, da diese speichelflussanregend sind“, erinnert sich die junge Frau. Der Stein blieb zwar drinnen, aber es ging ihr vorübergehend besser.  Doch dann trat das Problem erneut auf. „Wenn ich etwas aß, bildete sich wieder diese Beule und schmerzte.“

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Der Speichelstein wurde per Endoskopie in der Klinik entfernt

Im Sommer 2020 hielt es Angelina nicht mehr aus und ließ sich sich ins Helios-Klinikum Berlin-Buch zur Speichelgangendoskopie überweisen. „Dank des modernen Mikro-Endoskops können diese Steine bei uns in der HNO-Klinik nun risikoarm ohne Entfernung der Speicheldrüse behandelt werden. Der Eingriff kann in Lokalanästhesie oder in Vollnarkose durchgeführt werden“, sagt Dr. Dominik Jasulaitis, Oberarzt des Fachbereich HNO, Kopf- und Halschirurgie.

Der Mediziner erklärt das Verfahren so: Das Sialendoskop wird  in den Speichelgang geführt. Er wird mit einem Spezialinstrument etwas aufgedehnt, damit das Endoskop eingeführt werden kann. „Dank des integrierten Lichts sowie des Spül- und Arbeitskanals in dem Metallschaft kann ich den Stein gut sehen, freispülen und dann schonend mit einem kleinen Körbchen fangen. Bei der Patientin entleerte sich nach Entfernung des sechs mal fünf Millimeter großen Steins reichlich Speichel“, berichtet Dr. Jasulaitis.

Heute ist Angelina beschwerdefrei. Damit sich nicht erneut ein Speichelstein bildet, muss sie jetzt bis zu zwei Liter am Tag trinken. „Damit ich mich daran erinnere, habe ich den rausoperierten Stein mit nach Hause genommen“, sagt Angelina. Er ist ihr Mahnmal.