Berliner Polizei an der Şehitlik-Moschee am Columbiadamm. Foto: Eric Richard

Mit einem Großaufgebot hat die Polizei am Montag die Trauerfeier für eine Verstorbene aus dem Clan-Milieu begleitet. Dabei sei es vor allem um die Einhaltung der Corona-Maßnahmen gegangen, sagte ein
Polizeisprecher.

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Die Lage sei „weitgehend sehr ruhig“ gewesen, sagte er. Demnach fanden sich rund 60 engere Familienmitglieder der Frau auf einem Friedhof im Stadtteil Schöneberg zusammen, die in Gruppen von 20 Menschen das Grab besuchen durften. „Wir haben Verständnis für die Trauer, müssen aber sehen, wie wir trotzdem mit angemesse- nem Respekt dafür Sorge tragen, dass die Regeln eingehalten werden.“

Polizisten sperrten die Straßen weiträumig ab. Foto: Richard

Man habe deswegen auch mehrfach mit der Familie gesprochen und sie darauf hingewiesen. Der Polizeisprecher bezeichnete es als „schmalen Grat“, Trauer zu ermöglichen und gleichzeitig das Infektionsrisiko zu minimieren. Er berichtete von einem Zwischenfall, bei dem einer der Trauernden zwei Journalisten angespuckt habe. An dem Friedhof waren etwa 250 Polizisten im Einsatz.

Im Blick der Ermittler

Am vergangenen Donnerstag war die Mutter eines bekannten Clan-Chefs gestorben. Dabei gab es vereinzelt Rangeleien mit Journalisten und Polizisten, die die Klinik abgeschirmt hatten. Die Großfamilie ist immer wieder
im Blick von Ermittlern: Zuletzt wurden im Februar zwei Mitglieder wegen des spektakulären Diebstahls einer hundert Kilo schweren Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Die Polizei war insgesamt mit 250 Beamten im Einsatz. Foto: Richard

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Die Beerdigung fand gegen 12 Uhr auf dem Zwölf-Apostel-Friedhof statt. Zuvor hatte eine Zeremonie in einer Moschee am Columbiadamm stattgefunden. Die Frau war im Urban-Krankenhaus verstorben.

Der arabischstämmige Clan steht auch wegen der vorläufigen Beschlagnahme von 77 Häusern und Wohnungen im
Wert von neun Millionen Euro im Sommer 2018 im Fokus der Öffentlichkeit. Die Immobilien sollen nach Informationen der Staatsanwaltschaft mit Geld aus Straftaten gekauft worden sein. (mit dpa)