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War es Mord?: Der rätselhafte Tod eines Rockers

In diesem sanierten Mehrgeschosser wohnte der Altrocker und Motorradfan.

In diesem sanierten Mehrgeschosser wohnte der Altrocker und Motorradfan.

Foto:

Eric Richard

Prenzlauer Berg -

Im Fall des toten Mannes (57) aus Prenzlauer Berg ermittelt die Mordkommission in alle Richtungen. Mittlerweile wurde bekannt, dass es sich bei dem Mann um einen Altrocker handelt.

Die Leiche von Ronald S. war am vergangenen Montag in dessen Wohnung von Bekannten entdeckt worden. Weil die Todesumstände nicht eindeutig waren, übernahm die 4. Mordkommission den Fall. Wir ermitteln in alle Richtungen, hieß es am Mittwoch im Polizeipräsidium. Dazu gehöre auch die Möglichkeit eines Suizids, das heißt, dass sich der Mann auch selbst getötet haben könnte. In jedem Fall sei der Mann nicht eines natürlichen Todes gestorben. Zur Todesart und den Todesumständen äußerte sich die Polizei wegen der laufenden Ermittlungen nicht weiter.

Harley Davidson „war sein Ein und Alles“

Auch Mittwoch wurden Bekannte des Mannes und Anwohner des Hauses von Ermittlern nach den Lebensumständen von Ronald S. befragt. Er habe seine Harley Davidson geliebt, sagte ein Mieter, der im selben Haus wohnt. „Sie war sein Ein und Alles.“ In diesen Tagen wollte der Altrocker seine Maschine wieder flottmachen. Einem speziellen Club habe er seines Wissens nicht angehört, so der Mieter. An einen Selbstmord könne er nicht glauben.

Die Wohnungstür wurde versiegelt. An der Tür befinden sich noch Rußspuren der Kriminaltechnik.

Die Wohnungstür wurde versiegelt. An der Tür befinden sich noch Rußspuren der Kriminaltechnik.

Foto:

Eric Richard

Ronald S. wohnte allein in der Drei-Raum Wohnung in der vierten Etage des sechsgeschossigen neu hergerichteten Hauses in der Danziger Straße. Bis vor Kurzem wohnte eine Freundin bei ihm.

Ob die Leiche mittlerweile obduziert worden ist, wurde noch nicht bekannt. Die 4. Mordkommission äußerte sich dazu nicht.

Polizei prüft Zusammenhang mit Mord an einen Biker in Lichtenberg

Die Ermittler kennen sich in Todesfällen im Umfeld der Rocker aus. Sie waren es auch, die am 26. August 2016 den Mordfall Dirk S. übernommen haben. Dabei war der 28-Jährige gegen 13 Uhr in einem Gewerbegebiet im Kietzer Weg in Lichtenberg vom Motorrad geschossen worden, nur 80 Meter vor seinem Clubhaus entfernt.

Zwei Täter sollen aus einem geparkten Renault Megane Scenic auf ihn gezielt und abgedrückt haben. Vier Geschosse trafen das Mitglied der Guerilla Nation Nomads. Dirk S. starb an den Folgen seiner Verletzungen. Ermittler sprachen damals von einer Hinrichtung. Bis heute ist der Fall nicht geklärt. Natürlich werde geprüft, ob es einen Zusammenhang zwischen beiden Taten gibt, sagten Polizisten.