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Verheerend: Die Flammen-Nacht von Lichtenberg

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Die 2000 Quadratmeter große Lagerhalle neben dem Dong Xuan Center steht in Flammen.

Foto:

Pudwell

Lichtenberg -

Meterhohe Flammen steigen neben dem vietnamesischen Großmarkt Dong Xuan Center in den Nachthimmel. Wieder brennt eine riesige Lagerhalle asiatischer Mieter. Vor den einsturzgefährdeten Werkstätten kann die Feuerwehr gerade noch rechtzeitig einen exklusiven Oldtimer retten. Für ein Dutzend anderer Autos kommt jede Hilfe zu spät.

Erst am Vormittag des 11. Mai mussten 150 Brandbekämpfer ausrücken, weil Bauarbeiter bei Schweißarbeiten eine Lagerhalle in Brand steckten. Auch da hatten vietnamesische Händler vom benachbarten Dong Xuan Center all ihre Investitionen verloren. Diesmal traf es nachts zwei Werkstätten an der Straße am Wasserwerk – mit altbekannten Problemen beim Löschen.

Um 2.56 Uhr alarmieren Anwohner und Autofahrer die Feuerwehr, die vorerst nur mit zwei Staffeln zum Einsatzort eilte. Als sie eintrafen, brannte die 2000 Quadratmeter große Lagerhalle bereits in voller Ausdehnung. „Das Ausmaß des Feuers war so enorm, dass wir sofort auf sechs Staffeln erhöht haben“, sagt Feuerwehrsprecher Rolf Erbe.

Doch wie schon im Mai hatte die Feuerwehr auch diesmal wieder arge Probleme mit dem Löschwasser. Der Feuerwehrsprecher: „Offiziell gibt es auf dem Gelände gar keine Wasserversorgung.

Es funktionierte ein Hydrant. Der nächste war 500 Meter weit weg, was den Einsatz erheblich behinderte.“ Demnach mussten die Einsatzkräfte Hunderte Meter Schläuche bis zur Vulkanstraße legen. Dafür mussten sie teilweise sogar Zäune aufschneiden.

Damit nicht genug: Immer wieder knallte es heftig aus der Lichtenberger Feuerhölle. Gelagerte Propangasflaschen entzündeten sich und wurden so zu gefährlichen Geschossen. Zudem schmolzen durch die extreme Hitze die Stahlträger, wodurch das Dach einstürzte. „Da das Gebäude einsturzgefährdet ist, löschten wir nur von außen“, sagt Feuerwehrsprecher Rolf Erbe.

Was neben den Fahrzeugen, dem Material und Werkzeug noch alles verbrannte, konnte die Polizei gestern noch nicht sagen. Die Brandermittler waren bis zum Nachmittag nicht in die Halle gekommen, weil die Feuerwehr noch mit den Glutnestern beschäftigt war.

Glücklicherweise strömten diesmal nicht wie im Mai giftige Gase von Kosmetik-Chemikalien aus. Die Ermittlungen zur Brandursache werden bis nächste Woche dauern.