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Blutige Polizeikontrolle: Clan-Gangster rast Beamten um

Polizisten überprüfen hinter einem Absperrband Autofahrer.

Polizisten haben am Hermannplatz den Tatort weiträumig abgesperrt. 

Foto:

Morris Pudwell

Neukölln -

Zwei Polizisten wollen am Hermannplatz einen weißen Mercedes überprüfen, weil er in der zweite Reihe parkt. Doch die Verkehrskontrolle eskaliert. Der Fahrer, der polizeibekannte Omar F. (22), gibt Gas und verletzt einen Beamten. Dann fällt plötzlich ein Schuss.

Als die Beamten den Fahrer überprüfen wollten, eskalierte die Situation

Zwei Beamte eines Streifenwagens hatten am Mittwoch um 8.50 Uhr am Hermannplatz, Ecke Kottbusser Damm den polizeibekannten (Raub, Körperverletzung, Fahren ohne Führerschein) Omar F. in einem weißen Mercedes AMG wiedererkannt. Die Beamten gingen zudem davon aus, dass der 22-Jährige keinen Führerschein besitzt.

Ein Mannschaftswagen der Polizei.

Ein Mannschaftswagen der Polizei am Einsatzort. 

Foto:

Eric Richard

Als die Polizisten den Fahrer wegen der Ordnungswidrigkeit überprüfen wollten, eskalierte die Situation. In der weißen S-Klasse, die nach KURIER-Informationen dem Mitglied einer kriminellen Großfamilie gehört, saß noch ein zweiter Insasse. Bisher sei unklar, um wen es sich dabei handelt. Der weiße Mercedes ist auf den Neuköllner Mohamed El-N. angemeldet. 

Polizist schlug eine Scheibe ein

Ein 31-jähriger Polizeiobermeister näherte sich dem Wagen, woraufhin Omar F. losgefahren sein soll. Eine Mitarbeiterin aus einem gegenüberliegenden Spätkauf berichtete, dass der Polizeiobermeister daraufhin mit der Faust eine Seitenscheibe eingeschlagen haben soll. Dabei erlitt er Verletzungen an der Hand und Prellungen, die ambulant behandelt wurden.

Dann soll der 31-jährige Beamte einen Schuss aus seiner Dienstwaffe abgegeben haben. Ob sich der Schuss nur löste oder gezielt abgefeuert wurde, teilte die Polizei nicht mit.

Polizisten laufen auf einer Straße. Im Hintergrund Autos und Passanten.

Beamte einer Einsatzhundertschaft suchen nach dem Projektil. 

Foto:

Paul Zinken/dpa

Ein Großaufgebot der Polizei hatte den Tatort am Hermannplatz großräumig abgesperrt. Eine Einsatzhundertschaft suchte nach dem Projektil und befragte Zeugen. Die Kriminaltechnik sicherte Beweismittel. Die Unfallaufnahme und Spurensicherung waren nach nicht einmal drei Stunden beendet. Bis zum Mittwochabend waren weder der Fahrer noch der Beifahrer gefasst. Auch vom Mercedes fehlt bisher jede Spur. 

Gewerkschaft der Polizei fordert härtere Strafen

Der erneute Angriff auf einen Polizisten sorgte in der Behörde für Betroffenheit. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) forderte am Mittwoch, dass polizeibekannte Straftäter härter bestraft werden müssen.

Im vergangenen Jahr gab es 6759 Angriffe auf Berlins Polizisten. Das sind rund 500 mehr als im Jahr zuvor. Für 2018 ist mit einer ähnlich hohen Zahl zu rechnen, so die GdP.