Die Polizei Berlin kontrollierte am Samstag etwa 60 Gäste einer Hochzeit in Wedding. Die Feierlichkeiten wurden aufgrund der Corona-Verordnungen von der Polizei beendet. Foto: Morris Pudwell

Es war das Ende vom Hochzeitslied: Am Abend stand die Braut im wallenden weißen Hochzeitkleid auf dem Bürgersteig - umringt von ihren geknickten Gästen, das Kleid schleifte traurig durch den Schmutz.

Das hatte sich das Hochzeitpaar so ganz anders vorgestellt: Erst die prachtvolle Trauung - dann die Party mit allen Freunden. Doch da war doch was: Corona, Kontaktbeschränkung, nur ein Haushalt und ein Gast ... Alle Restaurants und Ballsäle geschlossen. Da trickste das Paar kurzerhand und mietete eigens für die Hochzeit eine ganze Penthouse-Wohnung an.

Doch das Brautpaar hatte die Rechnung ohne die anderen Mieter in der Badstraße in Gesundbrunnen gemacht. Die wunderten sich, als plötzlich Scharen von feierwütigen Fremden in das Haus strömten - und riefen kurzerhand die Polizei.

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Ein Anruf, der zu einem Großeinsatz führte. Anwohner und Zeugen hatten die Einsatzkräfte gegen 19 Uhr alarmiert und eine Feier gemeldet. Als die Polizisten eintrafen, stellten sie fest, dass es sich bei den Feierlichkeiten um eine Hochzeit handelte. Und staunten nicht schlecht über das, was sie in der Wohnung erblickten: Nach und nach holen die Beamten rund 60 Leute aus der für die Hochzeit angemieteten Penthouse-Wohnung.

Die Polizei beendete kurzerhand die Feier - und hatte zwei Stunden lang alle Hände voll zu tun. Denn die Beamten mussten alle Anwesenden erfassen. Denn es lagen nach Angaben der Einsatzkräfte vor Ort mehrere Verstöße gegen die derzeit geltenden Corona-Verordnungen vor.

Die Braut stand währenddessen traurig auf dem Bürgersteig - in einer Hochzeitsnacht, die sie nie vergessen wird.