Gregor Gysi soll in seiner Funktion als Rechtsanwalt einen Klima-Kleber vor Gericht raushauen.
Gregor Gysi soll in seiner Funktion als Rechtsanwalt einen Klima-Kleber vor Gericht raushauen. dpa/Michael Kappeler

Gregor Gysi (74, Die Linke) hat schon so manche Prozessschlacht geschlagen. Der Politiker und gelernte Jurist ist sich nicht zu schade, für eine gute Sache eine Lanze zu brechen. Ein Klima-Kleber, der diese Woche vor Gericht kommt, hat jetzt die Hoffnung, dass Gysi ihn dabei verteidigt.

Ein Klimaschutz-Demonstrant und mutmaßlicher Straßenblockierer kann jetzt in Berlin auf prominente Hilfe vor Gericht hoffen. Beim Prozess gegen den 24-jährigen Mann vor dem Amtsgericht Tiergarten an diesem Mittwoch ist als Verteidiger der bekannte Linke-Politiker und Rechtsanwalt Gregor Gysi eingetragen.

Das Gericht bestätigte entsprechende Berichte am Dienstag. Ob Gregor Gysi auch bei der Verhandlung, die um 12 Uhr beginnt, höchstselbst auftritt, war noch nicht bekannt, seine Kanzlei äußerte sich zunächst nicht. Gysi könnte sich auch vertreten lassen. Ein Mediencoup ist die Ankündigung allerdings so oder so.

Ankündigung von Gregor Gysi ist ein Mediencoup

Der Angeklagte soll sich an drei Straßenblockaden der Gruppe „Letzte Generation“ im Januar und März in Berlin beteiligt haben, erklärte die Staatsanwaltschaft. In einem der Fälle soll er sich an der Straße festgeklebt haben, wie üblich bei derartigen Aktionen.

Außerdem soll sich der 24-Jährige im Februar in einem Vorraum des Bundesjustizministeriums an einer nicht genehmigten Demonstration beteiligt haben. Die Vorwürfe lauten Nötigung, Widerstand gegen Polizisten und Hausfriedensbruch. Gegen den Mann wurden laut Gericht bereits fünf Strafbefehle erlassen, gegen die er aber Einspruch eingelegt hat.

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Der Fall dieses Mannes ist nicht der einzige Klima-Kleber-Prozess an dem Tag. Verhandelt wird am Mittwoch (9.15 Uhr) vor dem Amtsgericht auch gegen einen weiteren 24-jährigen Demonstranten wegen des Vorwurfs der Blockaden. Ob Gysi auch diesen Aktivisten vertritt, ist bislang nicht geklärt.

Gregor Gysi hatte in seiner Funktion als Rechtsanwalt zuletzt unter anderem eine der bekanntesten IS-Rückkehrerinnen in Deutschland, Kim Teresa A. aus Frankfurt, verteidigt. Die 32-Jährige wurde vor etwas mehr als einem Jahr  zu vier Jahren Haft verurteilt.

Gysi erklärte damals: „Meine Mandantin hat den schwersten Fehler ihres Lebens begangen, als sie ihrem türkischen Lebensgefährten folgte und beim sogenannten Islamischen Staat landete.“