Dirk B. vor Gericht. Foto: Pressefoto Wagner

Sie kommen, um zu helfen. Doch statt Dankbarkeit schlägt Rettern immer wieder Hass entgegen. Dirk B. (54) steht nun für solche und andere Taten vor Gericht.

Vier Anklagen liegen vor: Rettungskräfte in zwei Fällen attackiert, einmal Polizisten nach einem Klau beleidigt und einmal soll er versucht haben, eine Frau in einer U-Bahn mit einer Deo-Stichflamme zu verletzen. Was B. dazu zu sagen hat? Erst einmal nichts: Der korpulente Mann hüllte sich in Schweigen.

Rettungskräfte bekamen es in Mitte mit dem Angeklagten zu tun

Drei Retter bekamen es laut Anklage in Mitte mit B. zu tun. Sie waren gerufen worden, weil er Probleme hatte: Krampfanfälle. Auf der Borsigstraße sollte er im Rettungswagen untersucht werden. Es sei ihm plötzlich besser gegangen. Statt Dank und Respekt aber Hass-Tiraden: „Schlampen, Hurensöhne…“ Einem Helfer habe er in die Haare gespuckt. Die Anklage: „Außerdem versuchte er nach dem Mann zu schlagen und nach allen Rettungskräften zu treten.“

Knapp zwei Monate später auf einem Gehweg in Tempelhof. Als Retter gegen 7 Uhr im Einsatz waren, soll B. pöbelnd auf sie losgegangen sein. Als „Vollidioten und Penner“ habe er sie beschimpft und wieder versucht, einen Helfer zu schlagen – „mit den Fäusten“, so der Staatsanwalt. Der Mann konnte aber ausweichen.

Er hielt das Deospray vor ihr Gesicht, zückte das Feuerzeug

Auch in einer U-Bahn sorgte er für Angst: Dirk B. soll versucht haben, ein Deo als Flammenwerfer einzusetzen. Seine Wut richtete sich gegen Gabriele B. (60). Die Polizistin war in zivil und privat unterwegs. Ein Überwachungsvideo zeigt: Ein Mann mit Basecap belästigt eine Frau. Erst verbal. Zeugin B.: „Er frage immer wieder, ob ich ihn heiraten wolle.“ Sie ist seit 40 Jahren Polizisten, blieb ruhig, sagte nein.

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Er ließ nicht locker. In der einen Hand ein Deo-Spray, in der anderen ein Feuerzeug. Ein Sprühstoß in ihr Gesicht. Die Anklage: „Dabei hielt er ein Feuerzeug vor dem Sprühkopf, damit eine Flamme entstehen sollte.“

Zwei andere Männer wurden aufmerksam, stellten sich dem Pöbler in den Weg. Nur weil das Feuerzeug nicht funktionierte, kam es laut Anklage nicht zu einer Stichflamme. Jetzt geht es auch um die Frage: Ist B. ein Fall für die Psychiatrie? Fortsetzung: Donnerstag.