In ihrer Show „Wieder da!“ präsentiert Entertainerin Gayle Tufts neue Songs und große Klassiker. Dieses Mal geht es auch um Penisneid, Politics und Petra Gerster.  Konstantin Stell/zVg

Besser ein Witz oder eine lustige Tanzeinlage?  Für Gayle Tufts ist diese Frage keine Kleinigkeit. Am liebsten verbindet die US-Amerikanerin gekonnt beides miteinander, Witz und Entertainment, und die Berliner – die lieben sie dafür. Am 10. November feiert Tufts ihr Pandemie-Comeback auf der riesigen Bühne des Schiller-Theaters.

Es ist ein Heimspiel für die Stand-up-Komödiantin, für die ein Theater gar nicht groß genug sein kann. In ihrer Show „Wieder da!“ präsentiert die Ikone der Denglish-Comedy „neue Songs und neu entdeckte Klassiker aus 60 Jahren Leben, 30 Jahren Deutschland und 10 Jahren Zusammenarbeit mit ihrem very begabten Pianisten, Komponisten und ostdeutschen Bühnenpartner for Life: Marian Lux“. Dieses Mal geht es auch um Penisneid, Politics und Ex-Fernsehmoderatorin Petra Gerster. Der KURIER wollte wissen, wie die 61-Jährige das alles zusammenbringt.

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Berliner KURIER: Liebe Gayle, „Wieder da!“, das passt ja wie die Faust aufs Auge. Sie haben die oft verschobene Show ein bisschen aufgepeppt. Was ist neu und vor allem, warum?

Gayle Tufts: In diesen Zeiten ist nichts mehr normal. Alles ist permanente Veränderung: Was heute aktuell und witzig ist, ist nächste Woche schon uninteressant. Alles ist verwirrend und überwältigend – ein bisschen wie die Wechseljahre. Jetzt weiß die ganze Welt, wie sich das anfühlt. Es gibt vier  neue Lieder und viele neue Geschichten – ich gehe ungern auf Nummer sicher. Für mich fühlt es sich an, wie eine neue Show. Und am letzten Abend der Spielserie gibt es bestimmt wieder einiges Neues.

Wortwitz, Musik, Herz und Haltung: Gayle Tufts in ihrem Programm „Wieder da!” an der Komödie am Kurfürstendamm im Schiller-Theater.  Geisler-fotopress/zVg

Sie erklären, was Penisneid, Politics und Petra Gerster miteinander zu tun haben. Wie um Himmels willen geht das zusammen?

Ich kann hier doch nicht jede Pointe verraten – das muss man erleben! Ich kann nur sagen, dass mich Petra Gerster durch die letzten 18 Monate gebracht hat – die Fernsehnachrichten in Echtzeit um 19 Uhr, ich bin alt geworden! Ich lese sogar Zeitungen aus Papier. Falls junge Leute dies lesen: Papier sind Bäume, in dünne Scheiben geschnitten, sozusagen Baum-Carpaccio. Ich bin so alt geworden, selbst Petra Gerster ist jetzt in Rente.

Sie sagten vor Kurzem: Mit dem Rückzug von Trump hätten Sie viel Comedy-Material verloren. Müssen wir jetzt  Angst haben, dass Sie der Bühne Adieu sagen?

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Ich bin froh, dass das Orange-Monster Geschichte ist  – doch glaube ich, er verhält sich wie eine New Yorker Kakerlake, auch wenn man sie nicht sieht, sind sie immer da. Gefährlich. Ich bleibe wachsam. Seit 30 Jahren stehe ich in Deutschland auf der Bühne, das Material – gerade auch über mein Geburtsland – wird mir nie ausgehen.

Hut ab! Haben Sie eigentlich auch Witze über Biden parat? Wenn ja, eine Kostprobe, bitte …

Jeder Präsident ist perfektes Comedy-Material. Biden ist erfahren – aber wirklich alt. Er wird während meiner Spielzeit 79, und wir werden live nach Washington schalten! Obama ist gerade 60 geworden und schon fünf Jahre in Rente. Für sein Alter erbringt er eine unglaubliche Leistung, der Kampf gegen die Blockaden der Republikaner ist unnachgiebig. Er kommt mir vor wie ein Gladiator angetrieben von Red Bull und Granufink (Arzneimittel gegen Prostata-Beschwerden, d. Red.)

Texte von Gayle Tufts über deutsche und amerikanische Society-Paare, die wieder zusammen sind

Gibt es einen Gag, mit dem Sie in Berlin noch nie landen konnten?

Alles hat eine gute, eine schlechte und eine witzige Seite. Es ist zumeist eine Frage der Qualität und des Timings. Ich hatte in der Show –  während der Try-Outs auf Tournee (Voraufführungen, d. Red.) – einen Text über Comebacks: deutsche und amerikanische Society-Paare, die wieder zusammen sind. Und als Pointe – nach dem Afghanistan Desaster: auch zurück: die Taliban. Stille ... das war wohl noch zu früh.

Gruselig. Und wenn Ihre Fans mal gar nicht mehr lachen, packen Sie dann ein, oder machen Sie erst recht weiter?

Ich gebe nicht auf, bis ich den letzten Zuschauenden auch noch erreicht habe. Ich habe während der Vorstellung keine vierte Wand – ich sehe alle, bekomme die Stimmung mit. Und ich möchte, dass die Stimmung für alle nach der Show besser ist als vorher. Dafür gebe ich alles – eine Mischung aus Comedy, Geschichten, Musik, Gesang und Tanz. Viel lachen und auch ernste Momente. Da sehe ich mich als Dienstleisterin: Kommt zu mir und ich mache euch glücklich!

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Zur Neuauflage von „Wieder da!" am 10. November in der Komödie am Kurfürstendamm im Schiller-Theater hat sich viel Prominenz angekündigt, darunter auch Marijam Agischewa, Helmut Baumann, Klaus Bresser, Gregor Gysi, Katharine Mehrling, Alice Ströver, Moon Suk, Simone Thomalla und Achim Wolff. Tickets für die Shows gibt es ab 13 Euro unter Tel. 030/88 59 11 88 oder unter www.komoedie-berlin.de