Prächtiger Bau, aber bereits kurz nach Fertigstellung wochenlang kaputt: Das neue Schiffshebewerk in Niederfinow.
Prächtiger Bau, aber bereits kurz nach Fertigstellung wochenlang kaputt: Das neue Schiffshebewerk in Niederfinow. dpa/Patrick Pleul

Jahrelang wurde am neuen Schiffshebewerk im brandenburgischen Neufinow gebaut, im Oktober 2022 war es endlich soweit, doch wenige Wochen nach der feierlichen Eröffnung ging schon nichts mehr. Seit Wochen steht der 500-Millionen-Euro-Koloss still. Jetzt weiß man endlich warum. So eine Mega-Panne darf sich nicht wiederholen, fordern die Behörden vom Betreiber.

Hat Brandenburg mit dem neuen, gerade feierlich eröffneten Schiffshebewerk 500 Millionen Euro verpulvert? So teuer war das monumentale Bauwerk, das nach wenigen Wochen schon wieder stillgelegt werden musste. Nach der mehrere Wochen dauernden Sperrung soll das neue Schiffshebewerk in Niederfinow an diesem Montag (23.1.) wieder den Betrieb aufnehmen.

Der Leiter des Wasserstraßen-Neubauamtes, Rolf Dietrich, beklagte am Freitag, die Analyse der Störungsursache habe zu lange gedauert. Am 16. Dezember kam es zu einem Störfall, seitdem war das im Oktober 2022 eröffnete Schiffshebewerk gesperrt. Zur Ursache hieß es, wahrscheinlich sei es bei Temperaturen von minus 15 Grad „zu unerwarteten Eisanhaftungen an schwer zugänglichen Stellen des Sicherungssystems“ gekommen.

Schifffahrtsverwaltung: „mehrwöchige Sperrzeiten allein für die Ursachenfeststellung zu einer Störung inakzeptabel“

Alle Projektbeteiligten sollten sich bewusst sein, „dass mehrwöchige Sperrzeiten allein für die Ursachenfeststellung zu einer Störung inakzeptabel sind“, sagte Dietrich laut Mitteilung. „Das schadet nicht nur dem guten Ruf der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes.“ Ursache für die lange Sperrzeit waren der Behörde zufolge eine „durch die Weihnachtszeit und altersbedingte Personalabgänge begünstigte, inakzeptabel lange Reaktionszeit bis zur Analyse der Störungsursache“.

Ein konkreter Schaden an der rund 500 Millionen Euro teuren Anlage sei nicht festgestellt worden. Der Austausch einer Gelenkwelle sei nur vorsorglich erfolgt, um an dem ausgetauschten Bauteil Materialuntersuchungen vorzunehmen. Während der Sperrzeit erfolgten Schleusungen über das alte Hebewerk. Vom 1. bis 19. Januar 2023 wurden in Niederfinow nach Angaben der Behörde 110 Güterfahrzeuge und 15 Sportboote geschleust.