Bauprojekt Pankower Tor: zwischen Pasewalker Straße, Damerowstraße sowie Granitzstraße  entsteht ein neues Stadtviertel. Doch wie grün es wird und ob Platz für seltene Tiere bleibt, ist unklar. 
Bauprojekt Pankower Tor: zwischen Pasewalker Straße, Damerowstraße sowie Granitzstraße  entsteht ein neues Stadtviertel. Doch wie grün es wird und ob Platz für seltene Tiere bleibt, ist unklar.  www.imago-images.de/Ritter 

Das Schicksal der Berliner Kreuzkröte entschiedet sich am Pankower Tor: An jenen streng geschützten Amphibien, die es in Berlin nur noch auf der Güterbahnhofsbrache in Pankow gibt, scheiden sich die Geister: der Naturschutzbund (Nabu) klagt gegen eine Umsiedlung der Kröten. So etwas sei noch nie gelungen und der Umzug wahrscheinlich der endgültige Todesstoß für die bedrohte Krötenart. 

Lesen Sie auch: Mann stirbt drei Wochen nach Polizeieinsatz in Berlin – war es Mord?>>

Auf der anderen Seite suchen der Möbelinvestor Kurt Krieger, der das Gelände bebauen will, die Senatsumweltverwaltung und der Bezirk nach einer möglichst schonenden Lösung, bei der keine Tiere zu Schaden kommen. Auch ein Kröten-Umzug innerhalb von Berlin war im Sommer im Gespräch.

Nabu fordert großes Schutzgebiet am Pankower Tor 

Auf dem Gelände bleiben können sie wohl aber nicht: Pankows Baupolitiker gehen davon aus, dass ein Schutzgebiet innerhalb des neuen Stadtquartiers am Pankower Tor so groß sein müsste, dass andere geplante Bauvorhaben wie eine Grundschule, ein Möbelmarkt, und eine neue Straßenbahnstrecke nach Weißensee nicht zu machen wären. 

Lesen Sie auch: Lange Nacht der Familien, Festival of Lights, Töpfermarkt in Rheinsberg>>

Noch eine Woche liegen die Unterlagen für den neuen Flächennutzungsplan (FNP) für die Bebauung am Pankower Tor zur Beteiligung der Öffentlichkeit aus. Wer also die Berliner Population der streng geschützten Kreuzkröte retten will, sollte seine Einwände schnell geltend machen. 

Nach dem neuen Flächennutzungsplan wird die bisherige Fläche mit Laichgewässern als gemischtes Wohn- und Gewerbegebiet („M2“) ausgewiesen werden. „Wir lehnen den neuen Flächennutzungsplan am Pankower Tor strikt ab und fordern, stattdessen eine zehn Hektar große Fläche von Bebauung freizuhalten und als Schutzgebiet auszuweisen“, sagt Dr. Melanie von Orlow, Geschäftsführerin des NABU Berlin.

Kröte oder Möbelhaus ? 

Doch ausgerechnet auf dem bisherigen Lebensraum der Kreuzkröte will Investor Kurt Krieger an der Prenzlauer Promenade einen Möbelmarkt mit mehreren hundert Parkplätzen errichten.

Lesen Sie auch: Rassismus bei der Berliner Polizei: Studie fordert Schulungen zu Alltagsrassismus und Kolonialismus >>

Obwohl vollkommen ungewiss ist, ob die geplante Umsiedlung der Kreuzkröten überhaupt stattfinden kann, gehen die Planungen am Pankower Tor seit Jahren weiter, als gäbe es die geschützten Amphibien nicht., kritisiert der NABU. „Anscheinend hoffen Senat und Investor, dass die Kreuzkröten wegen der Trockenheit der letzten Jahre von selbst verschwinden“, sagt von Orlow, „aber zum Glück gehört die Kreuzkröte zu den Amphibien, die mit Trockenzeiten noch am besten klarkommen.“

NABU fordert Bürger zum Protest auf

Der NABU Berlin bittet nun die Berliner, ihr Recht auf Beteiligung wahrzunehmen und mit Verweis auf den Schutz der Kreuzkröten gegen die Änderung des Flächennutzungsplans zu protestieren. Die Pläne liegen sowohl in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung (Fehrbelliner Platz 4, Erdgeschoss, Raum 0106, 10707 Berlin) als auch online unter www.stadtentwicklung.berlin.de/planen/fnp/de/buergerbeteiligung/0516.shtml.

„Nehmen Sie Ihre Beteiligungsrechte ernst!“, appelliert von Orlow, „Ihre Stellungnahme kann einen Unterschied machen. Das geht ganz einfach online, Fachkenntnisse sind nicht erforderlich!“