Bäume pflanzen für mehr Lebensqualität in der Stadt – das geht auch auf kleinen Flächen. Martin Zetina/AP/dpa

Mehr Artenvielfalt, eine bessere Luftqualität und damit einen Beitrag für den Klimaschutz leisten: Das soll ein Tiny Forest ermöglichen. Den ersten Miniwald Deutschlands gibt es in der Uckermark. Jetzt soll auch Pankow zwei dieser Mini-Wäldchen bekommen.

Die Pankower Bündnisgrünen setzen sich für Pilotprojekte zur Pflanzung von Miniwäldern in Pankow ein, die für mehr Klimaanpassung und lebenswerte Kieze sorgen sollen. Der bündnisgrüne Bezirksverordnete Axel Lüssow wird n der BVV einen entsprechenden Antrag für eine Gruppe von Pankowern einbringen.

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Wald auf Fläche eines Tennisplatzes

Die Idee: die Pflanzung von tennisplatzgroßen Miniwäldern (ca. 260 m²) am Nordend-Dreieck sowie in der Grünanlage am Blankensteinpark, zwischen den Straßen Zur Börse und Zur Marktflagge. Das Besondere an Miniwäldern: Sie werden nach einer speziellen Methode gepflanzt, damit sie schneller wachsen.

Die von dem japanischen Forstwissenschaftler Akira Miyawaki entwickelte Methode ermöglicht es, dass schon innerhalb von drei Jahren autarke Wälder entstehen. Verwendet werden einheimische Baum- und Straucharten.

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Neue Ökosysteme für Pankow

„Miniwälder sollen als eine Art natürliche Klimaanlage und grüne Lunge für den Kiez fungieren“, erklärt Axel Lüssow, Sprecher für Klimaanpassung der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. „Die Flächen im Nord-Dreieck und am Blankensteinpark eignen sich besonders für dieses Pilotprojekt, denn sie sind noch ohne Bepflanzung, und könnten so ökologisch aufgewertet werden.

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Durch die Pflanzung von Miniwäldern bekäme Pankow neue Ökosysteme, die auch die Artenvielfalt fördern. Außerdem würde auf diesen Flächen 30-mal mehr CO2 absorbiert werden als bisher und es gäbe eine erhebliche Lärm- und Staubreduzierung im Umfeld. Miniwälder sind eine perfekte Lösung für dicht bebaute Stadtquartiere wie Pankow im Sinne von Stadtnatur und Klimaanpassung“, so Lüssow.

Schüler und Nachbarn sollen den Mini-Wald pflegen

In Zusammenarbeit mit den Vereinen Kiezwald e.V. und BiodiverCity e.V. sei außerdem die Einbindung der Pankower in die Bepflanzung geplant. Unweit des Nordend-Dreiecks besteht bereits eine Kooperation mit dem Max-Delbrück-Gymnasium. Nachbarn und Schüler sollen den Wald mit planen, pflanzen, pflegen und beobachten.

Auch in Brandenburg haben zwei Studenten der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde so einen Tiny Forest gepflanzt. Aber besonders im urbanne Raum machen Wälder von der  Größe eines Tennisplatzes Sinn.

Grüne Oasen in der Großstadt

Hier dienen sie als Temperatur- und Lärmpuffer. Sie reinigen die Luft und bieten einen sicheren Rückzugsort für Insekten und Vögel. Sie sind ein Erholungsort für Anwohner, verbessern die Wasserhaltekapazität des Bodens und bilden kleine leistungsstarke CO2-Senken im urbanen Raum. Da sie bereits ab einer sehr kleinen Fläche umzusetzen sind, ergeben sich unzählige potentielle Standorte: auf öffentlichen Grün- oder Brachflächen, auf Schulhöfen, Firmengeländen oder Privatgrundstücken.

Die Köpfe hinter dem deutschen Tiny Forest sind die Studenten Stefan Scharfe und Lukas Steingässer von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde. Ihren Miniwald „Wald der Vielfalt“ haben sie auf dem Privatgrundstück einer Bekannten gepflanzt. Damit wollten sie unter anderem sicherstellen, dass ihr Tiny Forest auch bleibt, statt später abgeholzt zu werden.