Sören Benn, Bezirksbürgermeister von Pankow, sieh in einem bundesweiten Lockdown im November Chancen.  Foto: Christoph Soeder/dpa

Der Bezirksbürgermeister von Pankow, Sören Benn (Linke), fordert einen bundesweiten Lockdown für zwei Wochen im November. Auf Twitter schrieb der Politiker: „Das würde möglichweise mehr helfen und weniger schaden, als diese Schüsse mit immer mehr Steinschleudern in den dichter werdenden lnfektionsnebel.“

Am Dienstag zitiert Benn auf Twitter eine Wissenschaftlerin, die der Tageszeitung taz ein Interview gegeben hat: „Mein Wunsch wäre, dass wir jetzt einfach mal ein bis zwei Wochen richtig zu Hause bleiben, bis die Fallzahlen wieder runtergehen. Wenn wir jetzt eine Vollbremsung machen, dann können wir Weihnachten auch unbesorgt mit unseren Großeltern feiern“.

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Man müsste den Lockdown nicht als Drohkulisse, sondern als wirkungsvolles Instrument begreifen, argumentiert Pankows Bezirksbürgermeister.

Auf Anfrage der Berliner Morgenpost zur Gestaltung des möglichen kurzen Lockdowns schreibt Benn: „Auf jeden Fall dürfte ein solcher Lockdown nicht überkomplex angelegt sein, aber auch nicht maßlos überzogen. Er sollte ausreichenden Vorlauf haben, so dass alle sich darauf vorbereiten und entscheiden können, wo, wie und mit wem sie die Zeit verbringen wollen. So wäre es ja vorstellbar, dass Kinder mit Großeltern in den Lockdown gehen oder Alleinlebende mit Freunden. Wenn das dann für zwei Wochen gilt, wäre das kein ernsthaftes Problem im Sinne des Brechens der Infektionswelle.“

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Auch der SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach hält einen zeitlich begrenzten Lockdown für denkbar. Er schrieb auf Twitter: „Weil mit systematischen Kurz-Shutdowns die Unterbrechung eines exponentiellen Wachstums gelingen könnte, bei gleichzeitiger Minimierung der ökonomischen und schulischen Kosten. Auch wären Unterbrechungen planbar, was Akzeptanz erhöhen würde.“