Altenpfleger Dennis Schoneveld wurde von einer Geschenke-Flut überrascht. Foto: Volkmar Otto

Manche Dinge sind einfach zu schön, um wahr zu sein – keiner weiß das momentan besser als der Berliner Altenpfleger Dennis Schoneveld. Vor zwei Wochen berichtete der KURIER über den 33-Jährigen, der in einem Pflegeheim in Mariendorf arbeitet. Um den teilweise einsamen Bewohnern seiner Einrichtung ein schönes Fest zu bescheren, startete er einen Aufruf, sammelte Geschenkpakete für die Senioren. Und löst damit ein kleines Weihnachts-Wunder aus: Seitdem rollt die Päckchen-Flut, rund 400 Stück sind inzwischen angekommen.

„Ich hätte nie gedacht, dass so viele Menschen bei der Aktion mitmachen wollen und Päckchen schicken“, sagt er dem KURIER. „In der ersten Woche waren es sechs oder sieben Geschenke. Da dachte ich noch: Wenn jede Woche so viele kommen, reicht es für die Bewohner.“ Doch dann brach der Wahnsinn los: Unzählige Menschen erfuhren von der Aktion, auch durch einen Bericht im KURIER. „Allein am Freitag lagen plötzlich wieder 20 Päckchen auf dem Tresen. Insgesamt müssen es jetzt rund 400 sein – ich habe bei 300 aufgehört zu zählen.“

Schlimme Szenen spielten sich nach dem ersten Lockdown ab

Schoneveld, der schon seine Oma pflegte, als er zehn Jahre alt war, hatte im November zum Spenden aufgerufen. Nach dem Vorbild der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ sollten die Teilnehmer Päckchen mit Hygieneartikeln, Süßigkeiten und kleinen Geschenken wie Rätselheften packen. Der Grund: Viele Bewohner in den Pflegeheimen leiden unter der Corona-Situation. Schlimme Szenen hätten sich etwa abgespielt, als der erste Lockdown beendet war. „Aufgrund der langen Besuchspause gab es Bewohner, die ihre Angehörigen nicht mehr erkannten“, sagte Schoneveld Anfang Dezember. Für alle sei das traurig gewesen. Auch Weihnachtsfeiern im Heim müssen unter besonderen Bedingungen stattfinden, getrennt nach Bereichen.

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Am 24. Dezember will er die Päckchen unter den Bewohnern des Domizil Mariendorf verteilen – aber dann werden noch eine ganze Menge Geschenke übrig sein. „Wir haben deshalb schon rund 40 Geschenke ins Bethel-Krankenhaus in Lichterfelde gebracht, sie sollen dort auf der Covid-Station verteilt werden“, sagt er. Am Montag will er mit seiner Pflegedienstleiterin mehrere andere Pflegeheime abfahren, um Geschenke zu verteilen. „Und was übrig bleibt, bringen wir zur Stadtmission.“

Die Päckchen sollten mit einer Inhaltsangabe versehen werden. Foto: Volkmar Otto

Geheim ist seine Aktion aber schon lange nicht mehr. „Unsere Bewohner bekommen ja mit, dass ich hier wagenweise Geschenke reinfahre. Aber sie freuen sich sehr und sind dankbar für die vielen Päckchen.“ Er habe selbst 40 Weihnachtskarten bekommen, in denen sich Menschen für seine Initiative bedanken. Besonders schön sei der Brief eines alten Ehepaars gewesen. „Sie schrieben, dass sie nun keine Angst mehr davor hätten, irgendwann selbst ins Pflegeheim zu kommen. Weil sie nun sehen, dass man sich dort um die Bewohner kümmert. Das hat mich sehr gerührt.“

Zeigen wird sich auch, ob die Aktion im kommenden Jahr noch größere Kreise ziehen wird. „Ich bin jetzt schon im Gespräch mit verschiedenen Leuten“, sagt Schoneveld. „Sobald sich die Corona-Situation beruhigt hat, wollen wir uns darüber unterhalten, wie wir im kommenden Jahr noch koordinierter und besser Geschenke sammeln können.“ Um noch mehr Senioren ein Weihnachts-Wunder zu bescheren.