Ostern in der DDR: Häkel-Hühner und Papp-Eier! Wenn Sie diese Dinge kennen, sind Sie ein echter Ossi
Das Berliner DDR Museum in der Karl-Liebknecht-Straße gibt spannende Einblicke in die Zeit vor der Wende.

In den kommenden Tagen wird überall in Deutschland das Osterfest gefeiert – und auch wenn es in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie anders verlaufen wird als sonst, gehören bestimmte Dekorationen und Süßigkeiten einfach dazu. Wie auch schon vor vielen Jahren! Aber: Können Sie sich noch daran erinnern, mit welchen Dingen man sich zum Osterfest in der DDR eine Freude machte und wie sie aussahen? Das Berliner DDR Museum gibt spannende Einblicke in diese Zeit.
Im Depot des Berliner DDR Museum schlummern über 300.000 Objekte
Das Museum sammelte über die Jahre mehr als 300.000 einzelne Exponate, die an längst vergangene Zeiten erinnern. Viele davon sind in den aktuellen Ausstellungen des Museums (Infos: www.ddr-museum.de) zu sehen, andere schlummern noch in einem versteckten Depot in Spandau. Seit dem vergangenen Jahr sind viele der Exponate aber für jeden zugänglich, denn es kamen mehrere Bildbände auf den Markt, in denen unzählige Dinge aus Honeckers Zeiten abgebildet und erläutert sind.
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Zudem gibt die Online-Objektdatenbank Einblicke in eine vergessene Epoche. Und die ist wirklich spannend!

Hier sind auch einzelne Objekte versammelt, die an die Osterzeit erinnern! Etwa liebevoll gestaltete Ostereier aus Pappe, die als Geschenkverpackung genutzt wurden. Sie sind auch heute noch erhältlich, werden von vielen genutzt – die Gestaltung der Eier ist heute aber weniger (n)ostalgisch.
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Ebenso spannend: Die bunten Verpackungen der Eierfarben: Auch sie gibt es noch heute, doch die kleinen Tütchen sehen etwas anders aus als noch vor der Wende. Die Abziehbildchen, mit denen sich etwa Ostereier und Postkarten verschönern ließen, dürfte es in dieser Form heute aber kaum noch geben.

Sogar Schokolade, wie sie sicher auch im einen oder anderen Osternest zu finden war, ist im Fundus des Museums konserviert. Etwa eine Tafel „Thuringia Vollmilch“ – „zu verbrauchen bis 16.05.1990“. Außerdem eine Tafel „Edelbitter Nuss“ von Rotstern, hergestellt im VEB Thüringer Schokoladenwerke - und zu haben für 5 DDR-Mark. Und der selbstgehäkelte Eierwärmer in Form eines Huhns, der ebenfalls im Depot schlummert, dürfte auch noch in vielen Küchenschränken zu finden sein.

Das Museum sammelt übrigens noch immer Objekte von früher. Besonders interessant für Sammlungsleiter Jörn Kleinhardt sind Dinge, mit denen sich persönliche Geschichten der DDR-Bürger verknüpfen lassen – zum Beispiel Dinge, die sich die Menschen aus dem Osten von ihrem Begrüßungsgeld kauften, wenn sie in den Westen reisen durften. „Dahinter stecken oft spannende Storys“, sagt Kleinhardt. „Manche investierten in Platten, die es im Osten nicht gab, andere kauften sich eine heiß begehrte HiFi-Anlage oder einen Videorekorder.“ Er selbst habe sich damals einen Walkman geleistet.