Bei einem Sturm im Juli 2020 stürzten in Berlin Bäume um. Foto: Imago/Seeliger

Wer angesichts des Regenwetters mit Schirm vor die Tür geht, sollte ihn nachher besser gut festhalten – denn am Donnerstag wütet Sturm „Klaus“ in Deutschland! Lange haben es die Meteorologen angekündigt, nun soll es Gewitter, Orkanböen und jede Menge Regen geben. KURIER verrät, welche Regionen Deutschlands am härtesten getroffen werden – und wie es danach weitergeht.

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Experten warnen: Besuch in Parks und Wäldern unterlassen!

Schon am Morgen bekamen die Menschen im Westen Deutschlands die ersten Ausläufer zu spüren, gemessen wurden Windböen von bis zu 80 Kilometern pro Stunde. „Zum Mittag verstärkt sich das ganze noch, dann kann es vereinzelt Orkanböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 150 Stundenkilometern geben“, sagt Meteorologe Dominik Jung von wetter.net. Vor allem der Norden, der Westen und der Nordwesten des Landes würden getroffen. Die Berliner und Brandenburger kommen vermutlich mit einem blauen Auge davon.

Die Wetterkarte zeigt die Windgeschwindigkeiten, die für Deutschland angekündigt sind. Foto: wetter.net

„Sogar im Flachland kann es richtig ruppig werden“, kündigt Jung an. Und das bei frühlingshaften Temperaturen um die 12 Grad. Doch der Schein trügt! Schon jetzt gelten für den Nordwesten Vorwarnungen vor Unwettern. „Die Unwetterwarnungen werden wahrscheinlich in den kommenden 2 bis 3 Stunden scharf geschaltet werden. Auch im Rest des Landes sind Sturmböen möglich“, heißt es bei wetter.net. „Aufenthalte im Freien sollte man vorsichtig angehen, Besuche in Parks und Wäldern unbedingt unterlassen. Schon in der Nacht gab es in Deutschland die Vorboten von Sturm Klaus und die ersten Böen.“

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Windböen werden im Tagesverlauf immer mehr zulegen

Der Wind werde im Tagesverlauf mehr zulegen, zwischen 12 und 15 Uhr am frühen Nachmittag seinen Höhepunkt erreichen. „Dann zieht die Kaltfront von Sturmtief Klaus durch. Dann erwarten wir die heftigsten Wind. Dabei bilden sich nämlich Schauer und sogar kurze Gewitter“, sagt Jung.

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Und weiter: „Dann werden die starken Höhenwinde immer mal wieder bis nach unten zum Erdboden heruntergemischt. Dann sind orkanartige Böen bis 110 km/h möglich, in höheren Lagen auch Orkanböen über 120 km/h. Dazu gibt es kräftigen Regen.“ Am Abend soll der Sturm aber nachlassen, nur an der Ostsee könne es auch später noch etwas windig werden.

In seinem Wetter-Video auf Youtube erklärt Dominik Jung den Sturm.

Video: Youtube

Doch bei dieser extremen Wetterlage gilt: Nach dem Sturm ist vor dem Sturm! Am Freitag soll es windig bleiben, am Sonnabend zieht im Westen und der Mitte ein weiteres Sturmtief vorüber. „Es bringt erneut Böen bis 100 km/h“, sagt Jung.

Wie geht es nach dem Sturm mit dem Frühling weiter?

Problematisch auch: Der Frühling wird durch den Sturm ausgebremst, sagt der Meteorologe. „Nächste Woche wird es dann nach der Sturmserie ziemlich kühl und nass bleiben. Immer wieder gibt es Niederschläge und die fallen teilweise bis in tiefere Lagen als Graupel oder Schneeregen. Ab 400 m kann es sogar wieder weiß werden.“ Selbst Ende Februar sei es deutlich wärmer gewesen als das, was uns in der kommenden Woche erwartet – zwar stehe ein Frühlingshoch über dem Atlantik, aber es hängt dort fest. „Damit ist der Weg frei für kühle Luftmassen aus östlichen bzw. nordöstlichen Richtungen“, sagt Jung. „Auf warmes und sonniges Frühlingswetter werden wir noch eine Weile warten müssen.“

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