Die Zahl der Infektionen mit Omikron steigt dramatisch. imago/Ohde

Es sind Zahlen, bei denen es einem die Sprache verschlägt: Innerhalb eines Tages hat sich die Berlin-weite Corona-Inzidenz auf einen Rekordwert von 647,9 erhöht, nach 511,5 am Vortag. Nach den Feiertagen lagen die Werte noch unter 300. Dieser Wert liegt deutlich über der bundesweiten Inzidenz von 335,9, die ebenfalls deutlich angestiegen ist.

6051 Neuinfektionen und vier weitere Corona-Tote meldeten die Berliner Gesundheitsämter binnen 24 Stunden. In ganz Deutschland haben sich die Neuinfektionen binnen einer Woche auf nunmehr 55.889 mehr als verdoppelt, 268 Menschen starben im Zusammenhang mit einer Covid-Infektion. 

Gesundheitssenatorin Gote: Anstieg auf Omikron-Variante zurückzuführen

Die dramatisch erhöhten Zahlen gehen zum Teil auch auf Nachmeldungen aus den Tagen zwischen den Feiertagen zurück, als Gesundheitsämter unterbesetzt waren. Innerhalb Berlins gibt es dem Lagebericht der Gesundheitsverwaltung zufolge erhebliche Unterschiede beim Infektionsgeschehen: So meldet Neukölln bereits eine Inzidenz von 887,3, gefolgt von Friedrichshain-Kreuzberg mit 806,6. Marzahn-Hellersdorf liegt derzeit deutlich dahinter mit 353,6, mit deutlichem Abstand die niedrigste Inzidenz der Berliner Bezirke.

Der sprunghafte Anstieg bei den Inzidenzzahlen in Berlin deutet aus Sicht von Gesundheitssenatorin Ulrike Gote (Grüne) auf eine weitere Ausbreitung der Omikron-Variante hin. „Das wird sicher weiter stark zunehmen, weil die Inzidenzen sprunghaft steigen“, sagte sie dem Tagesspiegel mit Blick auf den Omikron-Anteil von knapp 44 Prozent an allen nachgewiesenen Infektionen. „Wir erhalten am kommenden Dienstag wieder neue Zahlen.“

dpa

OP-Corona-Masken werden bald nicht mehr ausreichen

Gote befürwortete deshalb die am Freitag von Bund und Ländern beschlossene Verkürzung der Quarantänezeiten, um die kritische Infrastruktur zu schützen. „Mittlerweile deuten die Daten darauf hin, dass man bei einer Omikron-Infektion nur in den ersten Tagen infektiös ist“, sagte sie. „Ich unterstütze, dass die Quarantäne bei Kontaktpersonen und die Isolation von Erkrankten nach sieben Tagen endet, wenn man ein negatives PCR-Ergebnis vorweisen kann.“

Am kommenden Dienstag will der Senat die Umsetzung der bundesweiten Beschlüsse für Berlin beraten. Gote sprach sich dabei für eine FFP2-Maskenpflicht in Bussen und Bahnen sowie im Einzelhandel aus. „Masken tragen schützt. Und FFP2-Masken schützen deutlich besser. Deshalb halte ich eine FFP2-Maskenpflicht im öffentlichen Personennahverkehr und im Einzelhandel für sinnvoll“, betonte sie. „Aber wir müssen auch einen Ausgleich schaffen für Menschen, die das Geld für die FFP2-Masken nicht haben. Darüber werde ich mit Sozialsenatorin Katja Kipping sprechen.“