Ein Schriftzug gegen zu hohe Mieten an einem Wohnhaus in der Pappelallee in Prenzlauer Berg.
Ein Schriftzug gegen zu hohe Mieten an einem Wohnhaus in der Pappelallee in Prenzlauer Berg. imago/Seeliger

Nimmt das denn nie ein Ende? Die Mieten in Berlin klettern weiter nach oben. Im Schnitt um 8,3 Prozent. Und das, obwohl die Immobilienpreise sinken. Aber es gibt eine Erklärung dafür.

Die Preise für Wohnungsmieten sind in Berlin im dritten Quartal deutlich schneller gestiegen als in den Jahren zuvor. Um durchschnittlich 8,3 Prozent verteuerten sich die Mietangebote für die Hauptstadt zwischen Juli und September dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das geht aus neuen Daten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor.

Im Vergleich war das fast doppelt so viel wie die durchschnittliche Steigerung der Angebotsmieten im dritten Quartal der vergangenen drei Jahre (plus 4,2 Prozent). Die Steigerungen in der Hauptstadt liegen damit auch deutlich höher als im bundesweiten Mittel (plus 5,3 Prozent).

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Die Gründe für die steigenden Mieten sind vielfältig. Im Wesentlichen aber liegt es hieran: Gestiegene Kreditzinsen, hohe Baupreise und die Rekordinflation machen Wohneigentum weniger erschwinglich. Die Zinsen für zehnjährige Immobilienkredite haben sich seit Jahresbeginn mehr als verdreifacht.

Vermieter setzen wegen der hohen Inflation höhere Mieten an

Darum weichen jetzt viele Menschen auf den Mietmarkt aus. Die sich verlagernde Nachfrage werde dort den Aufwärtsdruck auf die Mieten erhöhen, hieß es jüngst in einer Studie der Landesbank Helaba.

Generell hat sich der Anstieg der Wohnungsmieten in Deutschland nach einer Phase mit relativ moderaten Zuwächsen wieder beschleunigt. Im dritten Quartal kletterten die Angebotsmieten im Schnitt kräftig um 5,8 Prozent zum Vorjahresquartal. Das ergeben die Daten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Das war mehr als das Mittel aus dem dritten Quartal der vergangenen drei Jahre (plus 4,5 Prozent). Dabei lag der Zuwachs in allen Bundesländern über dem mittelfristigen Trend.

„Es zeigt sich, dass die Dynamik zunimmt“, sagte IW-Immobilienexperte Michael Voigtländer. Die Menschen suchten zunehmend Mietwohnungen, während einige Vermieter offenbar wegen der hohen Inflation höhere Mieten ansetzten. Zudem gebe es in ländlichen Regionen, die noch vergleichsweise günstigen Wohnraum bieten, Aufholeffekte.

Mieten in den Metropolen sind bereits auf hohem Niveau

Es gibt aber auch Ausreißer: Unter den Bundesländern stiegen die Angebotsmieten am wenigsten stark in Baden-Württemberg, Sachsen und Hessen mit gut vier Prozent gemessen am Vorjahresquartal. Am kräftigsten kletterten sie dagegen in Berlin (8,3 Prozent), im Saarland (plus 7,9 Prozent), in Brandenburg (9,1 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (10,3 Prozent).

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„In den sehr teuren Städten fallen die Zuwächse – wahrscheinlich aufgrund fehlender Zahlungsfähigkeit – geringer aus“, sagte Voigtländer. In den Metropolen haben die Mieten nach Jahren des Immobilienbooms schon ein sehr hohes Niveau erreicht.

Dem Jahresvergleich der Angebotsmieten lagen fast 1,5 Millionen Inserate auf großen Immobilienportalen zugrunde. Die Angebotsmieten bedeuten noch keine Abschlüsse, zeigen aber die Richtung am Markt. Auch lässt sich nur selten über Mieten verhandeln.