Zug der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH vom Typ „Desiro HC“. (Archivbild)
Zug der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH vom Typ „Desiro HC“. (Archivbild) dpa/Soeren Stache

Ein Leben ohne Handy ist möglich, aber sinnlos. Und wie leicht man plötzlich ohne Mobiltelefon da steht, musste so mancher Fahrgast kürzlich in Regionalzügen der Ostdeutschen Eisenbahngesellschaft Odeg feststellen. Denn in neuen Zügen des Unternehmens wurden schon mal schmale Gegenstände – meist Handys – von manchen Sitz verschluckt. Und dann dauerte es schon mal ein paar Wochen, bis man das geliebte Teil wiederbekam.

Aber Rettung naht, Handy-Befreier sind im Anmarsch! Die Odeg will vorübergehend mit einem mobilen Einsatzteam auf die Handyfalle in neuen Zügen reagieren. 

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Geschäftsführer Stefan Neubert nannte ein mobiles Einsatzteam am Donnerstag als eine mögliche „Notlösung“. Voraussetzung sei, dass sich die Box an den Klappsitzen, die zur Handyfalle werden kann, leicht öffnen lasse.

Ein bis zwei Mitarbeiter könnten dafür zur Verfügung stehen, um verschwundene Gegenstände schneller an Fahrgäste zurückzugeben, sagte Neubert der Deutschen Presse-Agentur. Das könne zwar nicht im laufenden Betrieb geschehen. Fahrgäste müssten dann aber nicht mehr einige Wochen sondern nur wenige Tage zum Beispiel auf ihr verschwundenes Handy warten.

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Sitze werden zur Falle von iPhone & Co.

Manche Sitze in neuen Regionalzügen des Typs Desiro HC können zur Handyfalle für Fahrgäste werden. Betroffen ist die Linie des RE1 von Magdeburg über Berlin nach Frankfurt (Oder). Insgesamt handle es sich um 29 Züge. Es gehe dabei ausschließlich um jene Sitze, die an beiden Seiten an eine behindertengerechte Universaltoilette angrenzen. Flache Gegenstände, die auf der Sitzfläche liegen, können beim Hochklappen in eine Box rutschen. Mit den Händen ist ein Herankommen nicht möglich. Zudem wird diese Box nicht routinemäßig geöffnet und geleert. „Dass es für Betroffene mega-ärgerlich ist, ist uns bewusst“, sagte Geschäftsführer Neubert. 

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Ende dieser Woche, spätestens am Montag, wolle der Hersteller Siemens ein Konzept für eine Lösung vorlegen, sagte Neubert.

Ein Aufkleber mit einem Hinweis „Vorsicht Handyfalle“ sei nicht das Wahre. Auch die Aufschrift „Digital Detox Sitze“ (zu Deutsch: digitale Entgiftung) – sei verworfen worden, meinte Neubert scherzhaft. Bis wann eine dauerhafte bauliche Veränderung umgesetzt sein kann, blieb unklar.