Kriegsflüchtlinge sollen möglichst schnell geimpft werden. dpa/Weihrauch

Weil die Impfquote in der Ukraine zu niedrig ist, machen sich Berlins Politiker Sorgen wegen der Kriegsflüchtlinge. Ukrainer, die hier ankommen, sollen deshalb sofort einen Piks bekommen.

Der Berliner Senat möchte Flüchtlinge aus der Ukraine möglichst schnell gegen Corona impfen. Wegen des Angriffskrieges Russlands sei in den nächsten Monaten mit einer Flüchtlingswelle zu rechnen, sagte Gesundheitssenatorin Ulrike Gote (Grüne) am Montag im Gesundheitsausschuss des Abgeordnetenhauses.

Die Impfquote in der Ukraine sei niedrig, nur 35 Prozent der Menschen seien zweimal geimpft und nur 1,7 Prozent geboostert. Daher sei es sehr sinnvoll, Impfkapazitäten und Impfstellen bereitzuhalten. „Wir werden dieser Gruppe dann sehr zügig die Impfung ermöglichen und anbieten.“

Ab Dienstag gibt es nur noch zwei große Impfzentren des Senats

Ansonsten sieht Gote einen deutlichen Rückgang bei den Corona-Infektionen und -belastungen. Zwar verharre die Sieben-Tage-Inzidenz noch auf einem höheren Niveau bei mehr als 1100. Aber die Aufnahmen in den Krankenhäusern würden weniger, „was sehr darauf hindeutet, dass die Welle sich abflacht“. Weder auf den Intensivstationen noch auf den normalen Stationen sei jetzt noch mit Überlastungen zu rechnen. „Insofern ist hier die Lage eher entspannt.“ Das gleiche gelte für die Alten- und Pflegeheime.

An diesem Montag sollten wieder insgesamt sechs der Berliner Impfzentren und Impfstellen schließen, darunter das Zentrum in der Messe. Ab Dienstag gebe es dann noch zwei große Impfzentren des Senats, im ICC und im früheren Flughafen Tegel, sowie zwei Impfstellen, sagte Gote. Zuletzt wurden drei Viertel der Impfungen in Arztpraxen durchgeführt. Immer weniger Menschen gingen in die Impfzentren.

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Es gebe aber weiterhin eine Nachfrage nach der sogenannten Grundimmunisierung mit der ersten und zweiten Impfung, sagte Gote. Dazu kämen die Auffrischungsimpfungen und die vierten Impfungen. Daher könne die Nachfrage im zweiten Quartal dieses Jahres wieder steigen.

Impfungen mit dem Präparat von Novavax

Am Montag begannen zudem die Impfungen mit dem Präparat von Novavax. Es sollte in den Impfstellen des Landes Berlin in Tegel und im Drive-in Lichtenberg zum Einsatz kommen. Nuvaxovid ist ein sogenannter Totimpfstoff. Er enthält keine Erbinformation wie mRNA oder DNA. In einigen Bundesländern waren Impfungen mit dem Stoff von Novavax bereits von Sonnabend an möglich.

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Die Ständige Impfkommission (Stiko) hatte sich für den Einsatz dieses Präparats ab 18 Jahren ausgesprochen – mit zwei Dosen im Abstand von mindestens drei Wochen. Berlin erhält laut Gesundheitsverwaltung zunächst 63.000 Impfdosen von Novavax, je zur Hälfte für die beiden Impfstellen sowie für Arztpraxen und Krankenhäuser.