Franziska Giffey (SPD) will ins Rote Rathaus. Gleichzeit kandidiert sie für die Abgeordnetenhaus-Wahl 2021.  Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Dass Franziska Giffey neben dem Parteivorsitz jetzt auch für die Abgeordnetenhauswahl kandidiert, hat in Teilen der Berliner SPD  Euphorie ausgelöst. „Franziska wird unsere nächste Bürgermeisterin“, sagt Timo Schopf, verkehrspolitischer Sprecher der Sozialdemokraten. „Ich gehe davon aus, dass sie es ins Rote Rathaus schaffen wird“, ergänzt seine Parteikollegin Melanie Kühnemann.

Zusammen mit Raed Saleh will sich die Noch-Bundesfamilienministerin Ende Oktober zur Parteichefin wählen lassen. Am Dienstagabend gab sie bekannt, auch für das Landesparlament kandidieren zu wollen. Ihr Wahlkreis liegt in Rudow. Die Bundespolitik scheint  für die Bundesfamilienministerin passé. „Ich finde gut, dass sie sich ganz auf Berlin konzentriert“, so Kühnemann.

Alle lieben Franzi! Kühnemann glaubt auch, dass Giffey sich im CDU-dominierten Rudow durchsetzen kann. Sie sei schließlich die ehemalige Neuköllner Bezirksbürgermeisterin. Einige Neuköllner nennen sie tatsächlich augenzwinkernd heute noch „Prinzessin Franzi“.

Es gibt aber ebenso Stimmen, die sagen: Sie schafft es vielleicht nicht in Rudow! Sie ist nicht die Richtige! Und sollte die SPD dazu nicht stärkste Kraft werden, kann Giffey nur noch aufs Senatoren-Amt hoffen. Mehr bliebe ihr nicht.

Neuköllns Stadtrat Falko Liecke (CDU) ist einer ihrer politischen Gegner. Er glaubt, dass Giffey nur ihre Karriere im Blick habe.  „Wichtig für die Rudower ist ehrliche Arbeit vor Ort. Es reicht nicht, mit dem Dienstwagen nach Rudow zu fahren, den Wahlkreis abzugreifen und dann von dort weiter ins Rote Rathaus. Das wird den Menschen nicht gerecht“, so Liecke.

FDP-Abgeordneter Florian Kluckert, ebenfalls Neuköllner, sagt: „Die SPD hat diesen Wahlkreis noch nie gewonnen. Die Entscheidung von Frau Giffey finde ich mutig.“