Mobil mit dem Mobiltelefon: Die Limousinen lassen sich per App ordern. Foto: Berliner Kurier

Auf zu neuen Ufern! Bislang ist Uber vor allem in großen Städten tätig. Doch das US-Unternehmen baut sein Engagement außerhalb der Metropolen aus - nun auch im Berliner Umland. Ab sofort vermittelt Uber auch in Falkensee im Landkreis Havelland Fahrdienste. In der sechstgrößten Stadt des Landes Brandenburg begann Uber an diesem Donnerstag ein Pilotprojekt, das mindestens bis zum Ende dieses Jahres dauern soll. Es ist das zweite Vorhaben dieser Art in Deutschland.

„Mit unserem Service ergänzen wir den Nahverkehr und helfen den Einwohnern dabei, auch ohne eigenes Auto mobil zu sein“, sagt Christoph Weigler, General Manager von Uber Deutschland. Mobilitätsangebote würden erweitert, lobt Falkensees Bürgermeister Heiko Müller. „Dadurch wird die Anbindung an die Bahnhöfe und nach Berlin verbessert“, so der SPD-Politiker. Bislang gab es spätabends und nachts kaum Angebote.

Nachfrage übertraf Erwartungen

In der expandierenden Kleinstadt westlich von Berlin richtet Uber zwei Angebote ein. Eines davon ist der „Falkenseer“: Limousinen fahren von jeder Adresse in der 44.000-Einwohner-Kommune zu den Bahnhöfen Falkensee, Finkenkrug und Seegefeld – sowie von dort wieder zurück.

Während der ersten drei Monate kostet eine Fahrt fünf Euro, danach werden acht Euro pro Tour berechnet. Das zweite Angebot heißt „Spandauer“. Es verbindet Falkensee und den Bahnhof Berlin-Spandau. Dort sind die Wagen zwischen 22 und 6 Uhr buchbar. Eine Fahrt kostet pauschal 15 Euro.

Wer mitfahren will, muss sich die Uber-App auf sein Mobiltelefon laden. Wie anderswo werden die Fahrzeuge nicht von Uber betrieben. Sie gehören lizenzierten Mietwagenunternehmern, die auch das Fahrpersonal stellen und Uber für jede vermittelte Fahrt eine Provision zahlen.

Rund 50 Bewerbungen waren aus dem Land Brandenburg bei Uber eingegangen. Sie kamen auch aus Orten in dünn besiedelten Gegenden, so Weigler. Dort wären die Leerfahrten aber so lang geworden, dass ein profitabler Betrieb nicht möglich wäre.

Im vergangenen Jahr begann Uber das erste deutsche Pilotprojekt im ländlich geprägten Raum. In Kirchheim geben Maximilian Böltl, Erster Bürgermeister, und Christoph Weigler, General Manager Uber Deutschland, den Startschuss.
Foto: Uber Deutschland/ Franz-Josef Seidl

Das erste Uber-Pilotprojekt im ländlich geprägten Raum begann im vergangenen November in Kirchheim in Bayern. „Die Nachfrage hat die Erwartungen übertroffen“, berichtet Weigler. Bis Februar wurden rund 3000 Fahrten vermittelt. Ein Drittel waren Touren innerhalb von Kirchheim und den umliegenden Orten, zwei Drittel führten nachts von und nach München.

Uber wird vor allem von der Taxibranche kritisiert. Der Fahrdienstvermittler unterbiete häufig die Taxitarife, heißt es dort. Zudem würden die Subunternehmen Fahrpersonal zu prekären Bedingungen beschäftigen und Aufsichtsbehörden oft ein Auge. Das Unternehmen weist die Kritik zurück.

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„Nach unserer Einschätzung zielt das Angebot auf eine Konkurrenzierung des Taxis ab“, sagt Joachim Radünz vom Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB). Zudem seien die Preise für eine tägliche Nutzung durch Pendler „recht hoch“. Beim VBB weiß man, dass die Verfügbarkeit von Taxis im Land Brandenburg generell ein Problem ist. „Wir sind aber skeptisch, ob diese Lösung das Problem beheben würde“, schätzt Radünz ein.