Molly und Anton warten seit September 2019 auf ein neues Zuhause. Foto: Tierheim Berlin

Eigentlich steht der Weihnachtsmann vor der Tür, der Osterhase hat noch etwas Zeit – und so scheint ein Problem, dass die Tierschützer im Tierheim beschäftigt, ganz und gar unweihnachtlich zu sein: Auf dem Gelände in Falkenberg platzt das Kleintierhaus aus allen Nähten, zu viele Kaninchen sind hier untergebracht. 

Rund 50 Langohren leben derzeit im Kleintierhaus und in den Pflegestellen des Tierheims, sagt Tierheim-Sprecherin Beate Kaminski dem KURIER. „Darunter sind auch größere Rassen – sie brauchen mehr Platz, sind schwerer zu vermitteln.“ Hinzu kommen rund 50 andere Kleintiere wie Chinchillas, Hamster und Mäuse.

Emmi sucht ein neues Zuhause mit viel Platz. Fotos: Tierheim Berlin

Doch vor allem die Kaninchen sind es, die den Tierschützern Sorgen machen. Momentan kommen kaum Anfragen von Berlinern, die den Tieren ein Zuhause geben wollen. „Und es kommen immer neue. Erst Freitag hatten wir den Fall: Jemand hat sich zwei Kaninchen im Internet gekauft und festgestellt, dass der eigene Hund die beiden nicht mag. Also: Ab ins Tierheim!“ Die Pfleger seien verzweifelt, müssten für die Unterbringung schon Räume außerhalb des Kleintierhauses nutzen.

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Es sind Tiere wie Herby: Die Kaninchendame wurde abgegeben, weil sie sich in ihrem früheren Zuhause nicht gut mit den anderen Tieren verstand. „Die Langohrdame ist also ein kleines, ruhebedürftiges Angsthäschen“, heißt es im Tierheim. Auch Molly und Anton, zwei Zwergkaninchen, die lieb sind, aber an Kaninchenschnupfen und Zahnfehlstellungen leiden. Gerade Zahnerkrankungen seien bei einigen Langohren ein Problem. „Davor scheuen sich etliche Menschen wohl“, sagt Kaminski. „Aber wir behandeln die Tiere im Tierheim kostenlos lebenslang weiter.“

Immer mehr Kaninchen werden im Tierheim abgegeben. Foto: Tierheim Berlin

Die Tiere werden mindestens paarweise oder in Haushalte mit einem Partnertier vermittelt. Wer einem Kaninchen ein neues Zuhause geben will, kann sich per Mail unter bugsbunny@tierschutz-berlin.de melden. Und auch sonst können Tierfreunde etwas Gutes tun: In den kommenden Tagen parkt das „Weihnachtsmobil“ des Tierheims vor Supermärkten, dort können Futter- und andere Weihnachtsspenden abgegeben werden (Mo. 14-16 Uhr, Edeka, Streitstr., Spandau; Di. 14-16 Uhr, Rewe, Ladiusstr., Zehlendorf). Außerdem ist am 10., 11. und 12. Dezember jeweils 14 bis 16 Uhr die „Geschenke-Station Infohütte“ im Tierheim geöffnet – auch hier freut man sich über Geschenke für die Tierheimtiere. Infos: www.tierschutz-berlin.de