Karsten Kossatz, Chef der Werbeagentur "Plain", rief die neue Gutschein-Plattform ins Leben. Foto: Andreas Klug

Sie gehören zum Charme vieler Kieze: Eck-Kneipen, kleine Gaststätten, Cafés und andere Lokale. Doch nach der Corona-Krise sieht es für viele düster aus. Große finanzielle Einbußen, Existenzängste – derzeit können die Berliner nur hoffen, dass viele ihrer geliebten Läden die Krise überhaupt überleben. Eine neue Internet-Plattform soll helfen: Hier können die Berliner Gutscheine kaufen, damit sie ihre Lieblings-Lokale retten.

Das scheinen viele zu wollen: In den ersten Tagen nach dem Start der Seite konnten schon Gutscheine im Wert von 100.000 Euro verkauft werden, mehr als 1000 sogenannte „Lieblingsorte“ sind auf der Website www.helfen.berlin bereits registriert. Ins Leben gerufen wurde die Plattform von Karsten Kossatz, Chef der Werbeagentur „Plain“. „Ich habe viele Freunde in der Gastronomie, in Clubs und im kulturellen Bereich“, sagt er dem KURIER.

Viele Läden wissen jetzt noch nicht, ob sie die Krise überstehen werden. Sie sind deshalb auf die Hilfe ihrer Fans angewiesen. Und die Solidarität ist auch etwas, was eine Nachbarschaft neu zusammenschweißen kann.

Karsten Kossatz, Gründer des Internet-Portals helfen.berlin

„Einige größere Läden retten sich durch die Krise, indem sie Gutscheine verkaufen und so ihr Einkommen zumindest ein Stück weit sichern. Aber vor allem die kleineren Betriebe, die es in Berlin gibt, haben dafür gar keine Möglichkeiten. Also wollten wir eine Website ins Leben rufen, um genau diese kleinen Lieblingsorte zu unterstützen.“ Läden, Cafés, Bars, Attraktionen – alle können sich hier registrieren, die Fans können dann für das jeweilige Geschäft Gutscheine erwerben, für 10, 25, 50 oder 100 Euro. Wenn die Krise überstanden ist, kann der Gutschein im jeweiligen Geschäft eingelöst werden.

„Viele Läden wissen jetzt noch nicht, ob sie die Krise überstehen werden“, sagt Kossatz. „Sie sind deshalb auf die Hilfe ihrer Fans angewiesen. Und die Solidarität ist auch etwas, was eine Nachbarschaft neu zusammenschweißen kann. Die kleinen Lokale sind ja nicht nur irgendwelche Läden, sondern immer auch ein Teil des eigenen Lebens.“ Er wolle nicht in einer Stadt leben, in der plötzlich ein Teil der Identität fehlt. Ein ähnliches Projekt ist die Seite „Helfer & Helden“. Felix Schmidt und Luca Schmid haben die App am Wochenende entwickelt. „Wir sind ja keine Ärzte oder Pfleger, unsere Fähigkeiten liegen auf der technischen Schiene, deshalb haben wir überlegt, was wir tun können, um zu helfen“, sagt Schmidt.