Der Skoda des AfD-Europaabgeordneten Nicolaus Fest wurde im März 2020 in der Witzlebenstraße in Charlottenburg angezündet. Foto: Klaus Oberst

Mit den Lockerungen der Corona-Verordnungen kehrt auch der Kampf der Extremisten zurück. Die AfD  will nach der Wiedereröffnung von Restaurants, Gasthäusern und anderen Locations wie andere Parteien auch wieder öffentliche und nicht öffentliche Veranstaltungen organisieren. Dagegen wollen die Linksautonomen, wie schon in der Vergangenheit, vorgehen und haben ein Chaoten-Portal mit den Namen „Verpetz die AfD“ programmiert und online gestellt.

„Immer wieder konnten in der Vergangenheit AfD-Veranstaltungen erfolgreich verhindert werden, indem frühzeitig zu Gegenprotesten mobilisiert wurde oder die Betreiber der Veranstaltungsorte über das braune Treiben  in ihren Räumlichkeiten informiert wurden“, heißt es bei den Initiatoren. Dass in der Vergangenheit Wirte und besagte Betreiber teils massiv bedroht wurden und erst aus Angst vor tätlichen  Angriffen darauf verzichteten, der AfD ihre Räumlichkeiten zu vermieten, verschweigen die Macher der neuen Seite. 

Seit wenigen Tagen ist die Seite im Netz zu finden. Foto:  Screenshot

Auf der Szeneseite Indymedia rufen sie nun ganz offen zu Spitzelei und Denunziantentum auf: „Du hast AfDler zufällig in einem Restaurant oder einer Kneipe erkannt? Du arbeitest in einer Event-Location oder einem Restaurant und hast Wind davon bekommen, dass dein Chef Räume an die AfD vermietet? Dann verpetz die AfD!“ Damit die Menschen das neue Portal anonym nutzen können, geben die Seitenbetreiber im Internet Tipps und erklären, wie man sich „eine anonyme Mail-Adresse zulegen“ könne. Das dauere „nur ein paar Minuten und geht ganz einfach“. Das dafür empfohlene Programm verschlüsselt versendete E-Mails zudem, sodass der Inhalt nach Aussage der Seitenbetreiber nur von ihnen gelesen werden könne. 

AfD-Sprecher Ronald Gläser sagte dem KURIER dazu: „Unter dem Deckmantel der Anonymität sammeln Demokratiefeinde personenbezogene Daten, die hinterher vermutlich für Straftaten genutzt werden, vom Anprangern bis hin zum Brandanschlag.“ Zwar würden „die Macher dieser Seite die AfD damit nicht einschüchtern“.  Dennoch fordert Gläser: „Polizei und Datenschutzbeauftragte sollten sich diese Webseite daher genauer ansehen.“

Ob die Sicherheitsbehörden das machen werden, war am Freitag zunächst unklar.