Im Blumencafé in Prenzlauer Berg kann man sowohl verschiedene Pflanzen kaufen als auch regionale Speisen genießen. Foto: Grit Siwonia

Wer seinen Urlaub in diesem Jahr in der Heimat verbringt, kann Berlin mit einer besonderen Entdeckungstour kennenlernen. Vor der Haustür warten nicht nur mehr als 1.000.000 Bäume und 2500 Parks in freier Natur, sondern eine ganze Fülle an nachhaltigen Orten. Der neue Reiseführer „Lieblingsplätze – BERLIN NACHHALTIG“ (18 Euro, via GMEINER-Verlag) zeigt 89 grüne Ziele von Pankow bis Wannsee.

Für eine nachhaltige Bootstour auf der Spree sorgt SolarWaterWorld. Das alternative Unternehmen bietet Rundfahrten ab Friedrichshain nicht wie üblich mit einem dieselbetriebenen Schiff an, sondern setzt auf Solarenergie. Zwei bis zwölf Personen finden auf dem Boot Platz. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass das Schiff nach entsprechender Unterweisung führerscheinfrei gefahren werden kann.

Nachhaltig über die Spree schippern? SolarWaterWorld macht es möglich. Foto: Grit Siwonia

Im Good Bank kommen Fans von regionaler Küche auf ihre Kosten. Das Restaurant in Mitte baut sein Gemüse im Umkreis der Location an und verarbeitet es dann wenige Meter weiter in der eigenen Küche. Dadurch kann beispielsweise auf lange Kühlketten für die über 100 Salatköpfe, die täglich für die Gäste geerntet werden, verzichtet werden.

Im Restaurant Good Bank kommt nur regional angebautes Gemüse auf den Teller. Foto: Grit Siwonia

Die Hauptstadt mit grünen Augen sehen: Das hat sich die gebürtige Berlinerin Elisabeth Jacobs zur Lebensaufgabe gemacht. Die Autorin des Buchs schreibt seit mehreren Jahren auf ihrem Blog www.elisabethgreen.com über Themen wie Naturkosmetik, biologische Ernährung oder Plastikreduktion. Zu ihren 89 Lieblingsspots zählen dabei nicht nur grüne Plätze in der Natur. Auch Geschäfte oder Cafés denken immer öfter nachhaltig.

Elisabeth Jacobs schreibt auf ihrem Blog über nachhaltige Themen in Berlin. Foto: Grit Siwonia

Einer von Jacobs absoluten Lieblingsorten ist das Blumencafé in Prenzlauer Berg, eine Mischung aus Pflanzenladen und Gastronomie. Verschiedene Schnittblumen sowie andere Grünpflanzen und Kakteen können dort samt passender, teilweise handgemachter Töpfe gekauft werden. Bei den Speisen legt man Wert auf Bio-Produkte und Regionalität. Für Jacobs nicht die einzige Attraktion: „Die beiden Papageien, die frei im Café leben, sind ein weiteres Highlight – nicht nur für Kinder.“

Nachhaltig übernachten lässt es sich im Bio-Hotel Almodóvar in Friedrichshain. Das Holz für die Möbel stammt aus nachhaltiger Forstwirtschaft, für Wandfarbe und Fußboden wurden rein ökologische Stoffe verwendet, Strom wird aus erneuerbaren Energien gewonnen. Die Speisen im hoteleigenen Bistro sind selbstverständlich bio und aus der Region.

Das Bio-Hotel Almodóvar bietet Erholung und Nachhaltigkeit zugleich. Foto: Grit Siwonia

Zwar gibt es noch kein Prüfsiegel, das erkennen lässt, ob ein Restaurant oder Geschäft nachhaltig arbeitet, aber Jacobs hat in dem Zusammenhang einen Tipp: „Man sollte sich fragen, was nachhaltig ist. Keine Plastikbecher und Strohhalme im Café, Verwendung von regionalen bzw. Bio-Lebensmitteln, keine Wegwerfservietten und Plastikgeschirr – das alles sind Indikatoren, dass zumindest darüber nachgedacht wurde. Im Zweifelsfall sollte man einfach kritisch nachfragen – das könnte für die Besitzer der Anstoß sein, nachhaltiger zu wirtschaften.“

Die Abfallwirtschaft regeln in Berlin die Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR). Auch diese Institution gehört zu Jacobs Highlights – allen voran der BSR-Recyclinghof in Britz. Neben den Müllcontainern für Elektrogeräte, Sperrmüll oder Bauschutt kann man auf diesem Hof auch Schadstoffe abladen. Wer verstehen will, wie die Berliner Abfälle umweltfreundlich beseitigt werden, kann hierfür auf Anfrage sogar an einer Führung über den Hof in Kleingruppen teilnehmen.

Der BSR-Recyclinghof in Britz bietet für Interessierte Führungen zur Abfallwirtschaft an. Foto: Grit Siwonia

Um den eigenen Müll zu reduzieren, hat Jacobs noch einen Tipp: „Meine Familie und ich nehmen immer alles in Vorratsdosen und Trinkflaschen mit. Diese waschen wir aus und verwenden sie wieder. Wer noch nicht so weit ist, sollte zumindest dafür sorgen, dass der Müll im Eimer landet. Prinzipiell empfehle ich immer, weniger und bewusster zu konsumieren. Das gilt für den Schokoriegel genauso wie für die nächste Jeans oder eben die Freizeitgestaltung.“ Letzteres lässt sich ab sofort mit dem Buch von Elisabeth Jacobs optimieren.